Der Spendenbetrug der Garnisonkirche oder Der Potsdamer wird’s schon zahlen

von Thomas Popp

Finanzbetrug Garnisonkirche (pdf)

Mit der Behauptung, den Auf bau der Garninsonkirche allein aus eingeworbenen Spendenmitteln bestreiten zu wollen, machen sich die Befürworter des Wiederauf baus gerne imun gegen Argumente, die in dem Vorhaben nicht nur eine Fehlentscheidung für die Potsdamer Stadtgestaltung, sondern auch eine maßlose Geldver -schwendung aufzeigen. Tatsächlich aber war der Wiederauf bau von Anfang an auf die massive Unterstützung durch öffentliche Gelder von Stadt und Land angewiesen und schöpft diese auch soweit wie es irgendwie möglich ist aus. Schon die Kosten der Verschwenkung der Breiten Straße, die von dem ungünstig gelegenen historischen Standort der Kirche verdrängt werden soll, trägt die Stadt, nachdem die Mittel aus dem Haushalt des Landes Brandenburg für die Hauptstadtförderung gestrichen wurden, ganz zu schweigen davon, dass die Stadt und das brandenburgische Innenministerium das Baugrundstücks im Wert von 2 Millionen Euro kostenlos zur Verfügung stellen.
Das Märchen von der Spendenfinanzierung des Projekts wurde spätestens 2009 entlarvt, als Matthias Platzeck 22.800 Euro aus Mitteln der Lotto-Stiftung des Landes Brandenburg für die Ausgestaltung des Büros der Aufbaustiftung zur Verfügung stellte. Damit setzte Platzeck das Vorhaben von Finanzminister Rainer Speer aus dem Jahr 2007 um, in dem dieser dem Wiederauf bau klammheimlich mit 100.000 Euro aus Lottomitteln unter die Arme greifen wollte. Nur unter Protest wurde dieses Vorhaben vereitelt.
Schließlich versetzte die Kulturministerin Dr. Martina Münch Ende 2009 dem Vorhaben die entscheidende Finanzspritze. Mit 2 Millionen Euro aus den Hinterlassenschaften der DDR-Massenorganisationen und -parteien (PMO) lieferte sie der Stiftung einen Geldsegen, der zynischerweise direkt zu Lasten der Ausfinanzierung der Brandenburger Gedenkstätten ging, die sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Potsdam und im Land Brandenburg beschäftigen. Seit knapp 10 Jahren sammelt die Fördergesellschaft für den Wiederauf bau der Garnisonkirche nun Spenden und von den stolz präsentierten 3 Millionen Euro stammen nach wie vor über zwei Drittel direkt aus öffentlichen Geldern, während es sich bei den restlichen Einnahmen zum größten Teil um eine einzelne Erbschaft von über 700.000 Euro handelt. Ohne dass auch nur ein Stein der Kirche gesetzt worden wäre, sind bereits 1,4 Millionen Euro dieser Gelder ausgegeben worden.
Als einzig fleißig im Spendensammeln betätigte sich lediglich der rechte Verein „Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel“ um dessen berüchtigeten Vorsitzenden Ma x Kla ar. Der 2006 aufgelöste Förderverein sammelte von seinem Klientel über 5,72 Millionen Euro für den Widerauf bau und hinterließ sie der „Stiftung Preussisches Kulturerbe“. Der Fördergesellschaft für den Wiederauf bau der Garnisonkirche werden diese Gelder jedoch vorenthalten: Die Pläne der Fördergesellschaft genügen den Ansprüchen des Kreises um Max Klaar nicht, der darauf besteht, dass in der wieder errichteten Kirche „kein Asyl geboten, keine feministische Theologie gelehrt und keine Kriegsdienstverweigerer beraten werden“.
Die Fördergesellschaft selbst rechnet mit Kosten in Höhe von über 100 Millionen Euro. Dass sie sich trotz des kümmerlichen Spendenauf kommens Hals über Kopf in den Bau stürzt ist entweder tollkühn, oder das bewusste Kalkül auf die Aussicht auf noch viel größere umfassendere Förderung durch die öffentliche Hand.

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