Die Ablehnung aus der Gegenwart – Ein Kommentar

 Sandro Szilleweit

„Ist es legitim, einen solchen Ort wieder aufzubauen, wo so etwas geschehen ist?“ fragte sich der Chef des Hauses Brandenburgisch-Preußischer Geschichte, Historiker Kurt Winkler öffentlich (Quelle). „Die Ablehnung des Wiederaufbaus kann nicht aus der Geschichte begründet werden. Das wäre eine ahistorische Betrachtung.“ Die Antwort müsse aus der Gegenwart bezogen werden: „Es geht um die Bedeutung für die Lebenden.“

Aha, das heißt dann also bei der Ablehnung des Wiederaufbaues der Garnisonkirche dürfen keine historischen Argumente herangezogen werden, nur Für und Wider aus der aktuellen politischen Tagesordnung und die Bedeutung für die Einwohner dieser Stadt dürfen gelten gemacht werden. Eine wahrlich interessante Sichtweise!

Gut, dies muss dann aber auch für die Argumentation der Aufbauwilligen gelten! Mögen sie erklären, ohne Rückgriff auf die Geschichte, warum die Stadt eine Kirche mitten auf der Breiten Straße im barocken Gewand und ohne eine christliche Gemeinde benötigt. Warum hier 100 Millionen Euro verbaut werden müssen, obwohl die Lebenden dieser Stadt zunächst einen Bolzplatz (Platz 1 des Bürgerhaushalt 2010) oder ein Tierheim (2011) wollen. Auf Platz 6 des diesjährigen Bürgerhaushaltes, als erster Einsparvorschlag, steht die Forderung: „Kein Stadtgeld für den Wiederaufbau der Garnisonkirche“. Die Lebenden melden sich zu Wort – sie werden in dieser Stadt und in ihren Medien nur nicht gehört!

3 Gedanken zu “Die Ablehnung aus der Gegenwart – Ein Kommentar

  1. Müller schreibt:

    Diese Ansammlung von ewig Gestrigen, die Ulbricht nachträglich Recht geben wollen, ist schon einmalig. Aber was will man von den Linken, deren Stasi-Ritter das Land überziehen, auch erwarten? Der geistige Horizont ist wohl sehr niedrig – lesen und Geschichte verstehen sollte man können.

    • ohne Garnisonkirche schreibt:

      Werter Herr Müller,
      wir laden Sie ein sich der Mühe zu unterziehen jenseit geliebter Feindbilder die Argumente der Kritiker zu begreifen.
      Viel Erfolg, ihre BI.

  2. Marcus Große schreibt:

    Lieber Herr Müller,
    da machen Sie es sich aber ziemlich einfach. Und Vereinfachungen werden den Menschen nicht gerecht, die vereinfacht werden.
    Ich für meinen Teil bin ein ganz und gar unpolitischer Mensch. Totalitarismen und ihre Auswüchse sind mir zuwider. Als Künstler beschäftigen mich unter anderem Fragen der Ästhetik, des Raumes, der Zeit, der Form, des Inhalts, der Entropie. Und aus dieser Auseinandersetzung speist sich nun meine entschiedene Ablehnung der Garnisonkirchenkopie. Da müssen Sie in Ihrem Weltbild schon noch paar Schubladen reinzimmern.

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