Der Finanznotwalzer der Garnisonkirche: Versehentlich öffentlich

In Stadt und Land ahnte man nichts.

Was klingt wie der Beginn eines Märchens, ist die intransparente Informationspolitik der Stiftung für den Wiederaufbau der Garnisonkirche. Denn anders als nun suggeriert wird, informierte nicht Peter Leinemann als Vorsitzender der Stiftung die Öffentlichkeit über die Finanznot des Projektes und den zweistelligen Millionenbetrag, den man nun aus öffentlicher Hand benötigt. Diese völlig neue Information, diametral zum 100% Spendenversprechen stehend, entstammt dem Deutschlandfunktfeature „Zum Streit um den Aufbau der Potsdamer Garnisonkirche“ von Anselm Weidner.

Jeder dritte Euro müsste aus Steuergeldern gezahlt werden, damit das baulich wie finanziell umstrittene Vorhaben entstehen kann. Jeder dritte Euro, das wären in Summe zwischen 30 und 35 Millionen Euro.

eins – zwei – DREI – eins – zwei – DREI

Finanznotwalzer der Garnisonkirche

Punkt 1:

Es fehlt mittlerweile dem exklusiven Betreiberkreis des Nachbauprojektes jedwede Zuversicht, auch nur jeden dritten Euro mittels Spenden zu finanzieren. Wie lang weiß man schon von dieser Finanznot? Wie lang plant man schon mit dem Abringen des dritten Finanzteiles von der öffentlichen Hand? Baut man erst vier Wände und jammert dann darüber, dass man sich kein Dach leisten kann und es hineinregnet?

Punkt 2:

Nie war man müde zu betonen, dass die 100% Spendenfinanzierung des Nachbaus ein Indiz für die Verankerung des Projektes unter den Bürgern wäre. Die Bürgerkirche eine Bürgerspendenkirche. – Jedoch: Nun, wo die zu unrecht erhaltenen Gedenkstätten- und Lotteriegelder verbaut sind, fehlen die Bürgerspenden und zeigen: der Slogan Bürgerkirche ist eine Worthülse ohne Füllung.

Punkt 3:

Ganz flexibel wird man sich nun in der Stiftung geben, ähnlich wie die CDU Kreischefin Katharina Reiche. Sie sagte der MAZ, dass man keine Geldquelle ungenutzt lassen dürfe. Quelle – Dazu sagen  Johann-Peter Bauer, Vorsitzender der FWG, Stefan Schulz (Pressesprecher des Stadt Potsdam),  Linken-Fraktionschef und Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Scharfenberg und  Mike Schubert (Chef der Potsdamer SPD): Doch, man darf ungenutzt lassen. Denn all diese Entscheidungsträger wurden bisher mit der Stiftungsinformation gefüttert: Gebt uns den Raum, wir besorgen das Geld. Eine bewusste Falschinformation, wie sich nun zeigt.

Punkt 4:

Sämtliche Beschlüsse PRO Garnisonkirche müssen überprüft werden, wurden sie doch getroffen mit dem Versprechen: Wir finanzieren den Nachbau zu 100% aus Spenden. Die SVV muss neu befragt werden, der Landtag muss neu entscheiden, Potsdamer Bürgerinnen und Bürger müssen abstimmen: Steht der Nachbau auf der Liste der Notwendigkeiten oder auf der Streichliste. Hat er Vorrang vor Investitionen in Bildung und Nachhaltigkeit?

Potsdamerinnen und Potsdamer fordern:

Wort halten, solide wirtschaften: Keine öffentlichen Gelder für den Nachbau der Garnisonkirche!

2 Gedanken zu “Der Finanznotwalzer der Garnisonkirche: Versehentlich öffentlich

    • ohne Garnisonkirche schreibt:

      Lieber Madstoper, da es bald östert:

      Sie verweisen bei der Frage „Wer war zuerst da, das Huhn oder das Huhn?“, auf das Huhn!

      Oder anders: der Artikel auf den Sie verweisen gibt Herrn Leinemann in eben jenem DLF Beitrag wieder,
      aus dem PNN, MAZ und Politik nun erstmals die Finanznot erfuhren. Eine öffentliche Erklärung zuvor,
      hat es dazu nie gegeben, die Quellen sind identisch.
      Mit freundlichen Grüßen, Ihre Eierdiebe von der BI.

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