5 Gedanken zu “Stellungnahme zum PNN-Interview mit Wolfgang Huber vom 22.12.2012

  1. André stiel schreibt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich verbiete Ihnen, in meinen Namen als Potsdamer zu sagen, dass ich gegen den Bau der Garnisonkirche wäre. Mit welcher Arroganz!
    Haben Sie sich überhaupt richtig über die Potsdamer und die dazu preussische Geschichte informiert? Oder sind Sie so beschränkt in Ihrem „Wissen“, dass sich bei Ihnen der historische Zeitrahmen auf 12 Jahre beschränkt?
    Es geht um 300 Jahre Stadtgeschichte. Wissen Sie, der Krieg hat viel zerstört, doch den grössten Schaden an Potsdam haben die Kommunisten angerichtet. Durch sinnloses verfallen lassen der alten Potsdamer Bausubstanz, oder durch Abriss für eine „moderne sozialistische Stadt“. Ich könnte vor Wut losheulen, wenn ich nur daran denke. Ich habe gesehen wie die „baufällige“ Garnisonkirche gesprengt wurde. Die Bilder werd ich nie vergessen. Von wegen baufällig.
    Es ging einzig und allein um kommunistische Doktrin und Rache.
    Warum hat man Sanssouci, den Neuen Garten, Park Babelsberg nicht auch gleich dem Erdboden gleichgemacht? Noch Preussischer gehts ja kaum noch!
    Mir fehlen einfach die Worte!
    Ich hoffe, dass Sie zu einer aussterbenden Spezie gehören und das Potsdam endlich wieder das wird, was es einmal war : Zu einer der schönsten Städte Europas.
    Und maßen Sie sich nicht an, ein Sprachrohr für die Potsdamer zu sein!!!!!!!

    Mit freundlichen Grüssen

    André Stiel (geb. 1962)

    • pancho48 schreibt:

      Hallo Herr Stiel,

      wir haben nie behauptet, dass Sie gegen den Bau einer Kopie der ehemaligen Garnisonkirche sind.
      Die ursächliche Zerstörung der historischen Potsdamer Innenstadt ist durch den 2. Weltkrieg begründet.
      Die spätere DDR wollte, wie Sie richtig erwähnen, Potsdam zu einer „modernen sozialistischen Stadt“ umformen.
      Ich kann Ihren Schmerz über potentiell sanierungsfähiger Bausubstanz nachvollziehen.
      Dennoch ist nun halt ein Faktum, dass die Garnisonkirche nicht mehr existiert.
      Mich können Sie leider dafür nicht verantwortlich machen. Ich war zur Zeit der Sprengung der Ruine noch nicht geboren (geb. 1969).

      Dennoch bitte ich Sie zu verstehen, das es viele Potsdamer Bürger gibt, die gerade die Traditionsstränge für die die Garnisonkirche symbolhaft steht, nicht mit ins neue Jahrtausend nehmen wollen. Zu viel Leid, Unheil, Tod und Verderben hat die Tradition des preußischen Militarismus – sei es unter König, Kaiser oder in der Wehrmacht – über unser Land gebracht.

      Ich würde mir von Ihnen wünschen, dass Sie Mitbürger die über eine Garnisonkirchkopie anders denken, nicht das „Aussterben“ wünschen.
      Denn das „Aussterben“ andersdenkender Spezie hat in unserem Land ebenfalls eine unrühmliche Tradition.

      Mit freundlichen Grüßen
      Sandro Szilleweit

    • Ludwig Vatten schreibt:

      Herr Stiel,

      mit der Wiedererrichtung einer Architekturkopie kann es gar nicht um 300 Jahre Geschichte gehen, – Geschichte kann man nicht bauen. Allenfalls kann ein Gebäude eine Geschichte besitzen, wenn es eine entsprechende Zeit überdauert hätte. Ihre Argumentation ist nicht neu, wurde schon bei anderen Debatten klar widerlegt, und ist auch immer wieder leicht zu widerlegen.

      Architektur-Attrappen nicht gut zu heißen, bedeutet nicht, Geschichte zu hassen. Mir verschließt sich, wie diese Banalitäten im Netz so unreflektiert immer weiter getragen werden können. Sie werfen den Menschen hier Beschränktheit vor. Bitte schön, erläutern Sie das einmal. Ich bin mir sicher, Sie geben hier nur etwas wieder, dass Sie erst auf einer Webplattform gehört haben, selbst aber noch gar nicht hinterfragten.

      In Ihrem Statement steckt aber noch viel mehr. Es steckt darin, dass Sie Figuren vergangener Epochen, wie auch geschichtlicher Reiche, Könige und Potentaten, was auch immer, als etwas begreifen, mit dem man sich identifizieren müsse. Auch das ist nicht neu, – logischer macht es das jedoch nicht. Wieso kann man nicht einfach akzeptieren, dass es eine Geschichte gibt, und das aus dieser Zeit, etwa überlieferte Denkmale, Gebäude oder Schriften auf uns gekommen sind, wir diese kennen oder anerkennen, ohne aber uns damit identifizieren zu müssen?

      Das Netz ist voll von Leuten wie Ihnen, die angekratzt sind, wenn man etwa an absolutistischen Monarchen wie bspw. jene des Friderizianischen Zeitalters etwas kritisiert. Möchten Sie, Hr. Stiel, den Menschen heute weismachen, es müsse alles so hingenommen werden, und man müsse heute immer einen Lobgesang auf jene anstimmen, die Leute wie Sie heute mit „nationaler Größe“ verbinden? So etwas ist doch aberwitzig. Wissen Sie was dabei fehlt?

      Es fehlt die kritische Distanz!

      Entschuldigung, das ist ein Phänomen der so genannten Berliner Republik, eine bemerkenswerte Rückwärtsgewandtheit, die anti-aufklärerisch daherkommt, und meint, mit Nationalismen könne man die ganze Geschichte erklären. Denn was anderes ist es nicht. Auffallend ist aber, das jene ausgerechnet die Geschichte eben nicht kennen.

      Die Menschen fühlen sich heute ohnmächtig, und meinen, mit der Flucht in eine Vergangenheit vermeintlicher „nationaler Größe“ ihre eigene Nichtigkeit kompensieren zu können. Die Vernetzung hat dazu beigetragen, dass so etwas zu einem Massenphänomen geworden ist, dennoch aber auf ganz bestimmte Typen beschränkt bleibt. Sie müssen sich selber frage, wer braucht denn so etwas. Wenn sich jemand wirklich mit Geschichte und Kultur beschäftigt, und dazu darf er nicht die Pseudo-Dokumentationen des öffentlich-rechtlichen Fernsehen heranziehen, sondern müsste gute Bücher nutzen, falls er welche findet, – der wird zu dem Schluss kommen, das diese nationalistisch verengte Geschichte so unglaublich wenig zu erklären vermag. Es geht vielmehr um Emotionen, – und das lese ich auch bei Ihnen heraus.

      Noch etwas zu den 12 Jahren. Auch das ist 1:1 eine Rhetorik, die von diversen Plattformen und Webauftritten stammt. Die Menschen, die 1933 lebten, wurden nicht erst zu diesem Zeitpunkt geboren, sondern wurden schon in der Monarchie zuvor bzw. in der Weimarer Republik sozialisiert. Der Faschismus kommt nicht von einer Person, etwa wie Hitler allein, sondern war eine Geisteshaltung, die schon vor 1918 präsent war, ja schon im späten 19.Jh. existierte. Sie finden heute Literatur aus der Kaiserzeit, die ganz klar nationalsozialistische Inhalte bietet.

      Sie können dem Leser nicht glauben machen, man können über 12 Jahre hinweg springen, und landete in einer „heilen Welt“, das ist Unsinn. Ich kann dies Denke nicht mehr hören und kann sie nicht nachvollziehen, die Leute wie Sie dauernd über´s Netz verbreiten.

      Mit dem Bau einer neuen Garnisionkirche werden wir ein Zeugnis des 2. Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts errichten, und nicht eines das von 300 Jahren zeugt. Zudem werden unsere rechtsradikalen und chauvinistischen Zeitgenossen Beifall klatschen.

      Architekturrepliken in einer Stadt sind eher peinlich, weil sie von einem naiven Vorstellungsvermögen ihrer Errichter zeugen. Es sind Kulissen. So etwas ist überhaupt nicht weltstädtisch.

  2. anthepa schreibt:

    Werter Herr Stiel,

    in unserer Stellungnahme ist die Rede von der „gewöhnlichen Stadtbevölkerung“. Menschen, die im Hier und Jetzt leben und nach Vorne schauen. Natürlich gibt es auch außergewöhnliche Menschen, denen bauliche Ästhetik und Erinnerungen vor Spiel. Spaß und Nachhaltigkeit gehen. Es steht solchen ja unbenommen, sich einen oder mehrere Spendenziegel zu erwerben.

  3. Potsdamer schreibt:

    So wie ich das sehe sind sie hier doch auch alle gegen das Stadtschloss ,gegen die garnisonkirche und gegen denn barberini Palast also quasi gegen alles was in Potsdam einmal wahr .Und was jetzt wieder aufgebaut werden soll .
    und sie hier sind überhaupt nicht dass Sprachrohr für die Potsdamer.
    Wenn ihnen die Pläne für denn Bau der garnisonkirche des barberini Palast und vom Stadtschloss nicht gefallen ,so bitte ich doch das solche arroganten Leute aus Potsdam wegziehen .solche Idioten können gerne nach Berlin ziehen da gibt es genug moderne Bauten .
    ABER nicht in Potsdam
    So eine scheisse gehört hier nicht hin
    Ich hoffe auch das solche Leute wie sie zu einer aussterben Spezies gehören
    Mit freundlichen Grüßen
    André Schumacher (geb:1960)

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