Verwunderliche Verbindungen

FrühlingsAbende zwischen Adel und Alt-Militär

Früher: Religion als Mittel der Erziehung der Bürger. Heute: die Kirche als Ort der Bildung der Menschen. Soweit also zum Paradigmenwechsel ins Aufgeklärte.

Wenn sich Vertreter aus Medien, Politik und Geschichtsforschung zusammen hinsetzen, um öffentlich über die Freiheit und die Verantwortung zu reden, sollten sie einen geeigneten Raum dafür wählen. Die Veranstaltungsreihe zur Erinnerung an die 1933er Bücherverbrennung in der Potsdamer Garnisonkirche sollte – wohlwollende Unterstellung – vielleicht historische Linien nutzen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Sie konnte die Verbindungen der prominenten Unterstützer des Wiederaufbauprojektes nutzen, um bekannte Personen des Zeitgeschehens und handwerklich versierte Vortragende für sich zu gewinnen.
Was aber sagt die Veranstaltungsreihe über die Intentionen ihrer Macherinnen aus ? Glauben die Menschen, die Geld und Arbeitszeit für den Wiederaufbau einer barocken Soldatenkirche aufwenden, dass sich unter dem güldenen preußischen Adler am besten für zeitgemäße Ethik und die Reflexion der Schwarmintelligenz werben lässt ? Dass Elemente der Architektur des 21. Jahrhunderts einem vernunftgeleiteten Diskurs im Wege stehen ?

Veranstaltung
Damals und heute Diskussionsreihe in der Kapelle an der Breiten Straße über die Lehren aus der Bücherverbrennung

Märkische Allgemeine, 11.05.2013

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