Denkmalschutzgelder – Stellungnahme der BI

Pressemitteilung

Bürgerinitiative „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ kritisiert Förderung aus Denkmalschutz-Sonderprogramm

Die Bürgerinitiative „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ kritisiert die Förderung des Aufbaus der Potsdamer Garnisonkirche aus Mitteln des mit den Bundesländern abgestimmten Denkmalschutz-Sonderprogrammes der Bundesregierung. Laut der Vergabeliste soll ausgerechnet das Wiederaufbauprojekt Garnisonkirche als einziges Projekt aus dem Land Brandenburg die Höchstfördersumme von 400.000 € erhalten.
Diese Entscheidung des Kulturstaatsministers Bernd Neumann bewerten wir als verwunderliche Priorisierung einer Rekonstruktion gegenüber originalen und erhaltenswerten Baudenkmälern.
Der Einsatz von Bundesmitteln in den Wiederaufbau der Garnisonkirche widerspricht nicht nur dem Willen vieler Potsdamer Bürgerinnen, sondern auch den Aussagen der in der Stiftung Garnisonkirche vertretenen Kommunalpolitiker. Auch haben säkular lebende Bürger einer Landeshauptstadt kein Verständnis für die Nutzung von Steuergeldern für ein umstrittenes Großprojekt, dessen Finanzierung völlig offen und intransparent ist.
Wir fordern den Kulturstaatsminister Neumann auf, die Mittel für Denkmalschutz für den Erhalt authentischer Bausubstanz einzusetzen, die in vielen Orten Brandenburgs dem Verfall preisgegeben ist, weil das Geld fehlt. In der Förderung der Garnisonkirche sehen wir eine Zweckentfremdung von Fördermitteln und den Versuch, ein von der Landesregierung unterstütztes Bauprojekt durch die Hintertür mitzufinanzieren.
Aber wir kritisieren auch die rot-rote Landesregierung, die trotz aller öffentlichen Beteuerungen, den Aufbau einer Garnisonkirchenkopie nicht aus Landesmitteln zu unterstützen, immer wieder Mittel und Wege sucht, der Fördergesellschaft Garnisonkirche öffentliche Gelder zu verschaffen. Ganz offensichtlich hätte die Landesregierung auch die Verwendung der Mittel für den Erhalt bedrohter Denkmäler im Land Brandenburg befürworten können.
Die Protagonisten des Garnisonkirchennachbaus haben seit Jahren betont, dass sie ihr Vorhaben aus privaten Spenden finanzieren wollen. Bislang stammt der Hauptanteil der Einnahmen allerdings aus öffentlichen Geldern.
Der Aufbau einer Garnisonkirchenkopie wird durch die überwiegende Mehrheit der Stadtbevölkerung abgelehnt. Die Forderung, „Kein städtisches Geld für den Aufbau der Garnisonkirche“ belegte im Bürgerhaushalt mit weitem Abstand und einem Rekordpunktergebnis Platz 1. In der Stadt Potsdam tendiert die Spendenbereitschaft für die Garnisonkirche gegen Null.
Wir fordern Landes-, und Bundesregierung auf, diesen Mehrheitswillen zu respektieren.
Durch die Versuche von Vertretern von Kirche und Bundeswehr, das kommunal bereits gescheiterte Wiederaufbau-Projekt auf die Bundesebene zu heben, sieht unsere Bürgerinitiative auch die Politikerinnen der Bundesparteien in der Pflicht, sich zu positionieren. Somit könnten die Bürgerinnen des Landes die nahende Bundestagswahl nutzen, um ihre Meinung zum Aufbau einer Kirchkopie kundzutun.

Bürgerinitiative Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche

2 Gedanken zu “Denkmalschutzgelder – Stellungnahme der BI

  1. Raimon Brete schreibt:

    Aha, jetzt ist so weit, Geld soll fließen

    Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sitzung 217 Projektanträge zum Denkmalschutz-Sonderprogramm mit einem Volumen von über 29 Millionen Euro bewilligt. Darunter ist auch das Projekt Wiederaufbau Garnisonkirche Potsdam mit einer Fördersumme von 400.000 Euro.
    Pressemitteilung vom 06. Juni 2013

    Zur Erinnerung aus der Werbung auf der Internetseite der Befürworter:
    Die Finanzierung des Wiederaufbaus des Potsdamer Garnisonkirchturms soll zum überwiegenden Teil mit privaten Spenden erfolgen.

    Immer das gleiche Ritual der Politiker: erst wird beschwichtigt und auf privaten Initiativen und Geldgeber verwiesen, um dann gibt man Kraft parlamentarischer Mehrheiten das Geld der Steuerzahler in diese nichtstaatlichen Projekte.
    Das war bei der Dresdner Frauenkirche so und wird sich beim Berliner Schloss wiederholen.

    Ich bleibe dabei: keine Garnisonskirche und schon gar nicht mit Steuergelder!

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