Bundesregierung rechtfertigt Vergabe der Denkmalschutzgelder

Noch bevor angekündigt wurde, 12 Millionen Euro in das Wiederaufbauprojekt „Garnisonkirche“ stecken zu wollen, die aus dem Bundeskulturhaushalt stammen sollen; nämlich im Juni 2013, hatte die Bundesregierung beschlossen, dem Rekonstruktionsprojekt 400 000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm zukommen zu lassen – dies hatte einen Potsdamer Bürger zu einer Email an Minister Neumann bewogen, deren Antwort er uns freundlicherweise vorlegte.

 
Sehr geehrter Herr Staatsminister Neumann,
ich habe aus den Medien von der Entscheidung erfahren, den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam mit Mitteln des Denkmalschutzes zu unterstützen.
 
Mich verwundert und verärgert diese Entscheidung sehr, da im ganzen Land -und vor allem in Potsdam- die Mittel zum Erhalt von Denkmälern zu knapp bemessen sind, um originale und erhaltenswerte Baudenkmäler zu erhalten.
Dagegen wird nun Geld in den Wiederaufbau investiert, obwohl
a) es dieses Bauwerk gar nicht mehr gibt, und es auch kein Denkmal ist.
b) die Bürger Potsdams sich gegen eine finanzielle Beteiligung der öffentlichen, bzw. städtischen Seite ausgesprochen haben (Ergebnis des Bürgerhaushalts 2012; DS11/SVV/820)
c) es unwahrscheinlich ist, dass die Stiftung zum Aufbau der Garnisonskirche genügend Geld für einen vollständigen Wiederaufbau sammeln kann und daher eine Investruine bleibt.
d) dafür ein epocheprägendes Bauwerk mit einem denkmalgeschützen Kunstwerk (Fritz Eisel „Der Mensch bezwingt den Kosmos“) weichen muss.
 
Ich bin enttäuscht über einen solch unverantwortlichen Umgang mit Steuergeldern in Ihrem Ministerium und bitte Sie hiermit, die Entscheidung nochmal zu überdenken.
 
Mit freundlichen Grüßen
T. E.
Potsdam

—> Und hier die beschwichtigenden Worte aus dem Ministerium, die weder den Fragensteller noch uns überzeugen konnten. <—

2 Gedanken zu “Bundesregierung rechtfertigt Vergabe der Denkmalschutzgelder

  1. Michael Grund schreibt:

    Eine von dem Staat DDR gesprengte Garnisonkirche konnte den ganzen Militarismus in der DDR, den preußischen NVA Stechschritt, die paramilitärischen Betriebskampfgruppen, die Schießübungen im Wehrunterricht an den Schulen, den geplanten Einmarsch deutscher Soldaten in die CSSR und den Fahnenappell als Militärritual in den Schulen, nicht verhindern!
    Dies sollte uns zu denken geben!
    Ich finde, dass die Steuergelder für eine wiederaufgebaute Garnisonkirche als ständige Mahnung für eine zivile Bürgergesellschaft gegen Militarismus sehr gut angelegt sind.
    Wer sich seiner Geschichte nicht stellt, sie nur verdrängt, wird von ihr wieder eingeholt.

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