Ein Eindruck vom Symposium

Hier ein paar Streiflichter von einer Teilnehmerin des kürzlich stattgefundenen Symposiums. Presseschau und weitere Eindrücke folgen eventuell in den nächsten Tagen.


Ein Freitagnachmittag, von der Stiftung Garnisonkirche gemietet

Die Marke „Europäische Stadt“ sei im Kommen, sagt Hathumar Drost, der Kommunalberater. Das kulturelle Gedächtnis Europas beeindrucke weltweit und Prinzessinnenträume flössen neben Herr der Ringe-Phantasien in ein unreflektiertes Schönfinden Vieler.
Menschen, die es aushalten, wenn es nicht so geleckt aussieht, seien hierzulande in der Minderheit. So glaubten jedenfalls die Schönfinder. Identität entstehe in den Köpfen und dort seien markierte Orte in der Umwelt zentrale Bausteine. Erbitterte Debatten über Brüche entstünden, weil Heimatgefühle bänden, die erst durch die Wiederfindung jeder Person selbst in Bildern aufgekommen seien.
Die Stadtgesellschaft, das seien autonome Entscheidungen der Bürger, das stünde im Gegensatz zur NS-Verwaltung und zur zentralistischen DDR. Wer „urbane Erlebnisräume gestalten“ will, suche meist nach einer Melange aus Prinzessinnenträumen und der Manufactum-Idee.
Umfassende Einwohnerpartizipation auf der Basis harter Fakten sei unabdingbar, findet Drost. Undemokratisch sei, wenn solvente Bürger Spenden nutzen, um ihre Vorstellungen der Stadtgestaltung durchzusetzen. Die lebendige Stadtgesellschaft könne nur entstehen, wenn auch den finanziell schlechter gestellten Einwohnerinnen Möglichkeiten der Gestaltung eingeräumt werden.

Ich traf mich einmal mit Neumann, antwortet Altbischof Huber, die Bundesregierung habe die 12 Millionen eigenständig, aber nach Anstoß durch „zivilgesellschaftliche Initiativen“, beschlossen. Die Aufbaubefürworter wollten auch keinen Krieg und man solle bitte auch der Bundeswehr nicht unterstellen, dass sie das wollten, das seien einfach nur „Staatsbürger in Uniform“. Dass junge Leute in der provisorischen Kapelle weilten, sei eine Interessensbekundung, so gesehen etwa bei der Bücherverbrennungsreihe.
So viele Stolpersteine können Sie vor Ihrer Kirche gar nicht verlegen, wie nötig wären, um den Ort zu besänftigen, entrüstet sich ein 83-jähriger, der in Ostpreußen geboren wurde.
Potsdam ist nunmal eine Militärstadt, sagt Hathumar Drost, davon könne man sich nicht lösen. Es stelle sich aber die Frage des gesamtstädtischen Umgangs damit. Die Konversion sei eine Chance, die zivile Nutzung von Militärgebäuden. Die Stadt sei immer auch gebaute Geschichte.

Die BI könne auch mal einen Antrag auf Zuwendungen von der Landeszentrale stellen, erklärt Martina Weyrauch, diesmal aber sei die Stiftung Garnisonkirche auf ihre Institution zugegangen. Die Millionen von Neumann seien eine Absichtserklärung und wenn dann was nicht korrekt zugehen wird, könne man den Bundesrechnungshof einschalten.
Für den ersten Bauabschnitt benötigen wir 2,5 Millionen Spenderziegel, führt der Architekt Albrecht aus. Für eine Leerstelle ist es mir dort nicht leer genug, findet Dorgerloh. Der Geburtsfehler TPG habe noch immer Auswirkungen auf das Bauprojekt. Die äußere Form der neuen Garnisonkirche eigne sich nicht für eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Interpretationen Preußens. Es macht keinen Sinn, einen Ort als Versöhnungsort zu nutzen, der immer Streitort bleiben wird, sagt Schorlemmer.

Annegret Pannier

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