Verwunderung über AStA-Kritik

Die BI „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ nimmt mit Verwunderung zur Kenntnis, welche Reaktionen das Ansinnen, die Garnisonkirche zu verhindern, in diversen Regierungsstellen in Stadt und Land auszulösen scheint.
So hat das MWFK die Unterstützung des Bürgerbegehrens gegen den Wiederaufbau durch die Studierendenschaft moniert und in die Nähe eines Rechtsverstosses gerückt, denn es seien keine studentischen Interessen berührt.

Maximilian Dalichow von der Bürgerinitiative meint dazu, es sei selbstverständlich, dass die demokratische Vertretung der Studierenden nicht tatenlos bleibt, wenn eine Entwicklung in der Stadt angestoßen wird, die nicht nur Schließung und Abriss des letzten Studienstandortes in der Innenstadt zur Folge hat, sondern im Weiteren auch die Studierendenwohnheime in der Breiten Strasse und das Pub a la Pub auszuradieren sucht.
Dalichow glaubt nicht, dass das Ministerium sich mit seiner Argumentation durchsetzen wird. Fraglich sei zudem, inwiefern die Garnisonkirche Wissenschaft, Forschung und Kultur diene, den Bereichen, die dem Ministerium naturgemäß näher liegen sollten als ein Prestigeprojekt pensionierter SPD- und Kirchengranden und einiger Militärs.
Die BI möchte die Gelegenheit nutzen, um erneut vorzuschlagen: Die Kirche möge ihre Friedens-und Versöhnungsarbeit in der Friedenskirche machen, die übrigens ganz dringend einer Reparatur bedarf. Dafür würde schon die Hälfte der für die Garnisonkirche bereitgestellten Bundesmittel für Denkmalschutz ausreichen.
Die BI wünscht den Studierenden für die Auseinandersetzung mit dem MWFK die nötige Ausdauer und gibt sich zuversichtlich, dass dieser Angriff einen Erfolg des Bürgerbegehren nicht verhindern kann.

Aus diesem Grund schickten wir jüngst folgende die Mail an die Presse:

BI „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ fordert Beachtung der Bedürfnisse Studierender

Die BI nimmt die derzeitige Prüfung einer Förderung durch AStA und StuPa seitens des MWFK zum Anlass, erneut auf die Auswirkungen des Wiederaufbaus der Garnisonkirche für Potsdamer Studierende hinzuweisen. Sie sieht die finanzielle Zuwendung aus Studierendengeldern im rechtlich vertretbaren Rahmen, da sie gegen ein Bauprojekt eintritt, welches negative Auswirkungen auf das Leben der Potsdamer Hochschulangehörigen hätte.

Die Veränderung der Potsdamer Innenstadt zugunsten einer historisierten Breiten Straße erschwert die Befriedigung studentischer Bedürfnisse erheblich. Es ist nicht hinnehmbar, dass Orte der Wissenschaft und Forschung aus der Stadtmitte verdrängt werden, um Platz für fragwürdige Rekonstruktionen zu machen. Eine studierendenfreundliche Innenstadt sollte Räume für niedrigschwellige Kulturangebote, preisgünstige Wohnungen und einen flüssigen Nahverkehr bieten.

Dem gegenüber führen die Projekte Stadtschloss und Garnisonkirche zu einer Verengung der Radwege und Straßen. Aus den Kreisen von Mitteschön und überregionaler Rekonstruktionsbefürworter ist seit Jahren der Wunsch nach Entfernung der Studierendenwohnheime und der mehrgeschossigen Wohnbauten aus DDR-Zeit zu hören.
„Wir halten die AStA-Förderung für durchaus gerechtfertigt, da unsere Initiative mit ihrem Bürgerbegehren studentische Interessen vertritt.“, resümiert Simon Wohlfahrt, Student der Uni Potsdam und BI-Mitglied.

4 Gedanken zu “Verwunderung über AStA-Kritik

  1. Dr. E.M. v. Livonius schreibt:

    Wie kann man die Dinge nur so auf den Kopf stellen!? Hier wird aktive Friedensarbeit, einschließlich bewusster Aufarbeitung auch der dunklen Seiten unserer Geschichte, und nur das ist ehrlich, ideologisch verteufelt. (Ideologie ist bekanntlich eine vorgegebene Wahrheit – hier Garnison- = Faschistenkirche – , der die Wirklichkeit, wenn sie damit nicht übereinstimmt, angepasst werden muss.) Wisst Ihr denn nicht, dass in vielen deutschen Kirchen seit 1933 auf dem Altar neben der Bibel Hitlers „Mein Kampf“ lag, so auch in der Potsdamer Friedens und der Dresdner Frauenkirche? In der Garnisonkirche wäre das unmöglich gewesen…Denkt mal nach.

    • anthepa schreibt:

      Für Friedensarbeit gibt es genügend Orte in Potsdam. Um „dunkle Geschichtsseiten“ aufzuarbeiten, muss keine Kopie einstiger Bebauung angefertigt werden. Alles andere ist kostspielige Rechtfertigungslogik für Menschen, die aus Stadtbild- oder Nostalgiegründen eine Riesenkirche wünschen.

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