PM GARNISONKIRCHE: BI FORDERT VERZICHT AUF MORALISCH BEDENKLICHE SPENDEN

PRESSEMITTEILUNG

Potsdam, 24.06.2015

PM GARNISONKIRCHE: BI FORDERT VERZICHT AUF MORALISCH BEDENKLICHE SPENDEN

Angesichts des aktuellen Spendeneklats durch Max Klaar fordert die BI für ein Potsdam ohne Garnisonkirche die Stiftung Garnisonkirche Potsdam wiederholt auf, auf moralisch bedenkliche Spendenquellen zu verzichten und die Spendenpraxis transparent zu machen. Spendengelder aus der Rüstungsindustrie oder von Familien, die während der Nazizeit reich wurden, passen nicht zu einem Versöhnungs- und Friedensprojekt.

Die bisher für das Nachbauprojekt einzige Großspende aus dem Jahr 2012 von der Werner-Siemens-Stiftung stammt aus dem Kreis eines Unternehmens, dass bekanntlich zur Nazizeit von der Aufrüstung überaus profitierte und massenhaft Zwangsarbeiter ausbeutete.
Heutzutage ist Siemens wichtiger Zulieferer für Rüstungsgüter, exportierte jahrelang Atomkraftwerke und war bis 2010 Anteilseigner von Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann, dem aktuell schwerwiegende Korruptionsvorwürfe gemacht wird und mit Exporten an Diktaturen und Krisenregionen Schlagzeilen macht.
Die Rücküberweisung der Millionen-Spende an die Werner-Siemens-Stiftung wäre ein klares Bekenntnis gegen moralisch bedenkliche Spendenquellen.

Gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“ äußerte sich Manfred Stolpe, dass die Spendenanwerbungen insbesondere bei Leuten laufen, die „in der Regel aus Familien kommen, wo die Großväter unter Hitler das Geld gemacht haben“. Die Motivation dieser Leute, ausgerechnet für den ehemaligen Hort von antidemokratischen und preußisch-nationalistischen Kräften, Geld zu spenden, bringt das Versöhnungs- und Friedensprojekt ins Zwielicht. All diese Gespräche sollen sofort abgebrochen werden. Diese Familien sollten viel eher dazu aufgefordert werden, ihr Vermögen an die Opfer der Nazizeit zu spenden.

Dass eine andere Spendenpraxis möglich ist, beweisen Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen (ÄoG). Diese lehnen öffentlich Spenden ab, die ihren humanitären Zielen widersprechen. Auf der Webpräsenz von ÄoG heißt es: „Wir nehmen Spenden von Unternehmen an, die mit unseren humanitären Werten sowie dem Satzungszweck der Organisation vereinbar sind. Wir akzeptieren daher keine Spenden von Firmen der Rüstungs-, Tabak-, Rohstoff-, Erotik-, Glücksspiel- und Alkoholindustrie.“

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