Überfälliger Generationswechsel bei den Grünen

PRESSEMITTEILUNG

der Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche

Potsdam, 22.02.2020

Überfälliger Generationswechsel bei den Grünen

Wie grüne Stadtentwicklung eigentlich aussehen müsste, hat die Grüne Jugend im Vorfeld der gestrigen Mitgliederversammlung der Kreisverbands intuitiv erkannt. Die Weiternutzung vorhandener Bausubstanz ist nachhaltig, Abrisse und Neubauten hingegen verschwenden Ressourcen. Daraus leitet sich selbstverständlich der Erhalt des Rechenzentrums ab. Dass eine Partei, die auch Wurzeln in der Friedensbewegung hat, keine militaristischen Symbolbauten errichten will, erscheint ebenfalls logisch. Daher lehnt der grüne Nachwuchs den originalgetreuen Wiederaufbau des Schiffs und auch des Turms ab. Der starke Kontrast zu den Vorstellungen der älteren Generation um Saskia Hüneke zur Potsdamer Stadtentwicklung zeigt deutlich, wie weit weg von den Grundgedanken grüner Politik diese sich tatsächlich bewegt.

Die Handschrift von Saskia Hüneke ist in dem Beschluss immer noch erkennbar, der den Turm und seine Inhalte nicht thematisiert und weiterhin ein Türchen offen hält für den Abriss und „Neubau“ des Rechenzentrums. Den Potsdamer Grünen fehlt außerdem weiterhin eine klare Haltung zum Auftrag des Oberbürgermeisters im Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche. Dass der sachdienliche Vorschlag der Fokussierung auf eine „wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung der Geschichte des Ortes“ sowie die Einbeziehung der Kritiker*innen in die Gestaltung der Ausstellung im Turm nicht mehrheitsfähig war, kratzt erneut an der Glaubwürdigkeit der Rekonstruktionsfans, denen eine kritische Auseinandersetzung angeblich ein wichtiges Anliegen ist und sogar als Begründung für den Wiederaufbau dient.

Jetzt gilt es, den gefassten Minimalbeschluss trotz der Verwässerungen umzusetzen. Der Bebauungsplan muss so schnell wie möglich geändert werden, bevor die Stiftung mit Bundesmitteln den Wiederaufbau des Schiffs plant und einen Bauantrag stellt. Wer das Rechenzentrum ernsthaft erhalten und einen Bruch mit der militaristischen Tradition am Ort der Garnisonkirche will, darf nicht auf den guten Willen der Stiftung Garnisonkirche hoffen.

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