Redebeitrag der BI zur Demo am 7.6. anlässlich der GK-Prozesse: Wer ist hier kriminell?

Anlässlich der Prozesse gegen Garnisonkirchengegner wegen angeblicher „Störung der Religionsausübung“ beim Protest gegen die Baustartfeier 2017 erklärt sich die Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche mit den Angeklagten solidarisch und ruft zur Teilnahme an den Verhandlungen auf, am 9. und 14. Juni um 9 Uhr in der Hegelallee 8, im Amtsgericht Potsdam.

Warum hier die Falschen auf der Anklagebank sitzen, haben wir in unserem Redebeitrag bei der Demo am 7.6. erklärt. Hier gibt’s den Text zum Nachlesen:

REDEBEITRAG
der Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche
zur Demo am 7. Juni 2022

Verantwortung JETZT
Förderruine Garnisonkirche stoppen!
Protest entkriminalisieren!

Hallo und vielen Dank, dass ihr da seid und euch mit den zu Unrecht Angeklagten solidarisiert. Das ist sehr wichtig. Nicht nur, weil hier engagierte Menschen für die Ausübung ihrer Grundrechte kriminalisiert werden, sondern auch, weil der Widerstand gegen dieses skandalöse Projekt weitergehen muss. Gerade jetzt, da die krummen Machenschaften der Stiftung Garnisonkirche offiziell geworden sind, müssen wir weiter den Finger in die Wunde legen.

Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist ein Demokratiedesaster auf vielen Ebenen, das wir nicht hinnehmen dürfen! Es ist unmöglich, hier auf alle Probleme einzugehen. Eins davon hat jedoch in den letzten Monaten durch den Prüfbericht des Bundesrechnungshofs und neue Recherchen von Kritiker*innen eine besondere Brisanz bekommen. Die millionenschwere Förderung aus dem Bundeskulturhaushalt wurde für unzulässig erklärt, weil die Stiftung keine sauberen Angaben gemacht hat.

Da darf man sich schon fragen, wer hier die wirklichen Kriminellen sind. Die Stiftung Garnisonkirche unter Aufsicht der evangelischen Landeskirche agierte von Anfang an an den äußersten Grenzen des Rechtsstaats. Durch die neuen Veröffentlichungen ist offengelegt geworden, was wir schon lange wussten: Dass diese Stiftung nur durch formale Tricks, Schlupflöcher und politische Freundschaftsdienste überhaupt so weit gekommen ist.

Eins muss allen hier unmissverständlich klar sein: Dieser Turm steht heute einzig und allein deswegen in dieser Form hier, weil die evangelische Landeskirche Fördermittelbetrug begangen hat (genauer gesagt die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, also die EKBO, und ihre kirchliche Stiftung Garnisonkirche Potsdam). Die EKBO wird oft nur am Rande erwähnt, wenn es um die Finanzproblematik der Stiftung geht. Dabei spielt sie als Stiftungsaufsicht eine Schlüsselrolle im Lügenkonstrukt der Stiftung. Ich gehe hier auf zwei Punkte ein, und diese betreffen die Finanzproblematik.

Erstens genehmigte die EKBO die Gründung der kirchlichen Stiftung, ohne dass die finanzielle Sicherheit gegeben war, die gesetzlich für Stiftungen vorgeschrieben ist. Die Stiftung hatte weder ausreichend Ausgangskapital noch ein verlässliches regelmäßiges Einkommen, um ihren Stiftungszweck zu erreichen. Die Stiftung war von Anfang an so gut wie pleite und hätte so gar nicht gegründet oder genehmigt werden dürfen!

Zweitens genehmigte die EKBO die unseriösen Kalkulationen der Stiftung und gewährte ihr ein Darlehen auf der Grundlage absoluter Fantasierechnungen. Eine Kalkulation von 2016 für den zukünftigen Turmbetrieb sollte die angebliche Rückzahlbarkeit der Kredite darstellen. Der Finanzplan geht jedoch hinten und vorne nicht auf, nicht einmal ohne die zusätzliche Bürde einer Kreditrückzahlung. Unvermeidbare Ausgaben wie für Personal und Sachmittel wurden unterschlagen und die erwarteten Einnahmen viel zu hoch angesetzt. Im Detail könnt ihr diese Analyse auf der Plattform Lernort Garnisonkirche nachlesen. Fakt ist, dass der Turmbetrieb sich nicht einmal selbst tragen wird, geschweige denn einen Gewinn erwirtschaften, um obendrauf auch noch das Darlehen zurückzuzahlen. Unsere Schätzungen gehen stattdessen von einem Defizit von 500.000€ jährlich aus, und das ist die wohlwollende Schätzung.

Jetzt fragt man sich vielleicht, was interessiert mich das, ob die Kirche ihr Geld zurück bekommt? Der Punkt ist: Das Darlehen war essentiell für die Freigabe der Fördermittel vom Bund. Und die Fördermittel vom Bund waren essentiell für den Baustart 2017, gegen den die Angeklagten protestiert haben und der uns hier alle heute zusammenbringt. Um Fördergelder zu bekommen, muss man bekanntlich den nötigen Eigenanteil nachweisen. Die Stiftung sammelte jedoch viel zu wenig Spenden, also nicht einmal genug für den Eigenanteil, ganz zu Schweigen vom kompletten Wiederaufbau, wie es einst versprochen wurde. Deshalb schmorten die Fördermillionen jahrelang im Bundeshaushalt und konnten nicht abgerufen werden – das zog sich so lange, bis die Baugenehmigung auszulaufen drohte. Die Fördermittel wären mit der Baugenehmigung einfach verfallen. Das Wiederaufbauprojekt Garnisonkirche hätte in diesem Moment Geschichte sein können. Aber mit den Kirchenkrediten (und kleingerechneten Baukosten) konnte der Eigenanteil auf Papier dargestellt, die Fördermittel freigegeben und der Bau begonnen werden, vor dem wir heute stehen. Die Baugenehmigung wurde erneuert.

Und so wurde ein Bewilligungskreislauf in Gang gesetzt, wie es der Bundesrechnungshof so treffend bezeichnet hat. Denn natürlich war immer noch alles viel zu eng genäht und es gab immer wieder neue Finanzspritzen vom Bund, der nun aus der Nummer nicht mehr rauskam oder rauswollte. Sobald die ersten Ziegel gemauert wurden, ließ sich der Staat leicht um weiteres Geld erpressen. 25 Millionen Euro Steuergelder für diesen Kriegsturm, weil die EKBO ein Konzept durchgewunken hat, in dem nicht einmal eine Pädagogin für die versprochene Bildungsarbeit vorgesehen war. Dass das alles kein Versehen ist, hat Ex-Bischof, Chef-Wiederaufbauer und Ethik-Experte Wolfgang Huber neulich offen zugegeben, als er in einem Interview sagte, es sei von Anfang an klar gewesen, dass der laufende Betrieb aus Projektmitteln finanziert werden müsse. Also genau der laufende Betrieb, der eigentlich den Gewinn für die Kredittilgung erwirtschaften sollte.

Im Umkehrschluss heißt das also, dass die Kredite überhaupt nicht als reale Eigenmittel zu betrachten sind. Sie sind lediglich Platzhalter im Finanzplan, Platzhalter für Geld, das irgendwann doch wieder in Form von Zuschüssen reinkommen muss. Und wer weiß schon, ob das am Ende nicht wieder staatliche Zuschüsse sind und somit Eigenmittel der Stiftung unterm Strich aus derselben Kasse kommen wie die eigentlichen Fördergelder, nämlich aus dem Geldbeutel der Steuerzahler*innnen?

Das alles wirft die Frage auf, was sich die Verantwortlichen dabei gedacht haben, so ein riskantes Vorhaben auf Kosten der Allgemeinheit durchzuführen. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt, aber für eine betrügerische Absicht gibt es jedenfalls genug Anhaltspunkte. Was bleibt sonst übrig? Grenzenlose Hybris, rücksichtslose Selbstgefälligkeit und erschreckende Inkompetenz, im besten Fall. Sucht euch aus, welche Erklärung ihr bevorzugt für diesen Scherbenhaufen, den die evangelische Kirche mitten in unsere Stadt gesetzt hat.

Wir als Bürgerinitiative haben jahrelang darauf hingewiesen, dass das Geld weder für den Bau noch für den zukünftigen Betrieb reicht. Das haben wir uns nicht ausgedacht, weil wir den Turm nicht mögen, sondern das haben wir an öffentlich zugänglichen Informationen abgelesen. Dafür braucht es nicht einmal Zugang zu irgendwelchen geheimen Dokumenten. Man muss nichts hacken, nirgendwo einbrechen, niemanden erpressen. Es liegt alles auf dem Präsentierteller. Jede*r kann es sehen. Man muss sich nur die Zeit nehmen und hinschauen. Die zuständigen Stellen sind aber offenbar zu sehr mit der Repression von Bürger*innen beschäftigt, die diese Abzocke nicht hinnehmen wollen.

Die EKBO, die Stiftung, die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters: Sie alle kennen diese Fakten genau so wie wir, und zwar von Anfang an. Und als wäre es nicht schon schlimm genug, dass sie uns das Geld für ihren Preußenpimmel aus der Tasche ziehen, besitzen sie auch noch die Dreistigkeit, uns weismachen zu wollen, die Finanzplanung wäre jemals ansatzweise glaubwürdig gewesen, und unsere Mitstreitenden vor Gericht zu ziehen. Strafverfolgung gegen unliebsame Kritik dient bekanntermaßen in erster Linie der Einschüchterung von Kritiker*innen. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern! Wir sagen NEIN zur Garnisonkirche! Das Demokratiedesaster muss ein Ende haben!

Deshalb fordern wir:

– Sofortiger Stopp aller Planungs- und Baumaßnahmen an Turm und Kirchenschiff!
– Sofortige Einstellung jedweder öffentlicher Finanzierung!
– Kein Abriss des Rechenzentrums!
– Protest entkriminalisieren!
– Konversion und Teilrückbau der Bausubstanz zu einem öffentlichen Ort und Mahnmal der kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und des Wiederaufbauvorhabens!
– Echte Mitbestimmung durch die Potsdamer Stadtgesellschaft beim Umgang mit dem Ort statt von einer kirchlichen Stiftung, Mitteschön und Bundeswehr diktierte Geschichtsklitterung!
– Auflösung der Stiftung Garnisonkirche! Personelle und rechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen der SGP!

Garnisonkirchengegner vor Gericht: Demo am 7.6. – Verantwortung Jetzt!

Nach mehrmaliger Verschiebung sollen im Juni die Schauprozesse gegen drei Garnisonkirchengegner stattfinden, die wegen „Störung der Religionsausübung“ angeklagt sind. Am 9. Juni und am 14. Juni um 9 Uhr in der Hegelallee 8, im Amtsgericht Potsdam, finden die Verhandlungen statt.

Aus diesem Anlass gibt es am 7. Juni eine Demo, zum einen aus Solidarität zu den Angeklagten, und zum anderen, um die Evangelische Kirche aufzufordern, alle Planungs- und Baumaßnahmen an Turm und Kirchenschiff zu stoppen:

  1. Juni
    Start: 17 Uhr, Am Grünen Gitter 1, Friedenskirche /
    Sitz des Ev. Kirchenkreises Potsdam
    Abschlusskundgebung: 18 Uhr, Garnisonkirchenbaustelle / Rechenzentrum

Kommt zum Prozess! Kommt zur Demo!
Denn auf die Anklagebank gehören die Verantwortlichen der Förderruine Garnisonkirche – nicht der Protest!

Aufruf:

An die Evangelische Kirche: Verantwortung JETZT!
Förderruine Garnisonkirche stoppen – Protest entkriminalisieren

Am 29.10.2017 protestierten zahlreiche Garnisonkirchen-Gegner*innen gegen die Baustartsfeier der Garnisonkirchenkopie. Drei von ihnen werden – fast fünf Jahre später – wegen vermeintlicher „Störung der Religionsausübung“ angeklagt. Der Protest bei dem Baustart eines der umstrittensten Bauvorhaben in Deutschland ist nichts Überraschendes. Überraschend kann es jedoch sein, wie die Führung der evangelischen Kirche damit umgeht. Maßgeblich angestoßen durch die Beschwerde des Kommunikationsvorstands der Stiftung Garnisonkirche (SGP), Wieland Eschenburg, wird der Protest kriminalisiert. Die Führung der Evangelischen Kirche schaut dabei verantwortungslos zu. Dabei sind es dieselben Kirchenleute wie Angelika Zädow, Superintendentin des Kirchenkreises Potsdam, die verzweifelt den Begriff der„Versöhnung“ bemühen, wenn es darum geht, für den Bau der Garnisonkirchenkopie zu werben.

Die Verantwortungslosigkeit der Leitung der Evangelischen Kirche hat Tradition. Die Führung der Evangelischen Kirche, sowohl in Potsdam, auf Landesebene als auch auf Bundesebene hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir uns mit einer Förderruine mitten in der Stadt herumschlagen müssen.

Die Kirchenleute haben das Bürgerbegehren zur Auflösung der Garnisonkirchenstiftung und die Vielzahl der Bürgerhaushaltsabstimmungen gegen eine öffentliche Finanzierung ignoriert. Ebenso stießen die vielen Warnungen über die desolate Finanzsituation des Projektes bei den Verantwortlichen auf taube Ohren.

Dass es zu dem jetzigen Demokratie- und Finanzdesaster überhaupt gekommen ist, hat die Evangelische Kirche maßgeblich mit zu verantworten. Sie war es, die sich dem Ansinnen des rechtsradikalen Soldaten Max Klaar annahm, und Anfang der 2000er in das Bauprojekt mit originaler Militärkirchenoptik einstieg. Die Evangelische Kirche hat mit ihrem heuchlerischen Versöhnungskonzept und mit ihrer jahrelangen Lüge der 100%igen privaten Spendenfinanzierung dem reaktionären Wiederaufbauprojekt erst politisch zur Durchsetzung verholfen.

Spätestens mit dem vernichtenden Gutachten über die Finanzsituation der Garnisonkirchenstiftung durch den Bundesrechnungshof im Februar sollte zu erwarten sein, dass die Führung der Evangelischen Kirche nun alles daran setzt, für die bereits entstandenen gesellschaftlichen und finanziellen Schäden Verantwortung zu übernehmen.

Auch jetzt ist es noch möglich, reinen Tisch zu machen und das Projekt so zu transformieren, dass es tatsächlich ein Ort wird, an dem Geschichte angemessen erinnert werden kann, ohne Interessenkonflikte mit der Bundeswehr (die u.a. die geplante Dauerausstellung finanzieren soll…) und preußische Militarismus-Romantik.

Dafür ist es dringend notwendig, dass sich die Evangelische Kirche endlich verantwortlich zeigt und aus dem Projekt geordnet aussteigt:

  • Sofortiger Stopp aller Planungs- und Baumaßnahmen an Turm und Kirchenschiff!
  • Sofortige Einstellung jedweder öffentlicher Finanzierung!)
  • Kein Abriss des Rechenzentrums!
  • Protest entkriminalisieren!
  • Konversion und Teilrückbau der Bausubstanz zu einem öffentlichen Ort und Mahnmal der kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und des Wiederaufbauvorhabens!
  • Echte Mitbestimmung durch die Potsdamer Stadtgesellschaft beim Umgang mit dem Ort statt von der Ev. Kirche, Mitteschön und Bundeswehr diktierte Geschichtsklitterung
  • Auflösung der Stiftung Garnisonkirche! Personelle und rechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen der SGP!

Millionengrab Garnisonkirche: Bürger*inneninitiative fordert Konsequenzen

Gestern veröffentlichte der Bundesrechnungshof sein Prüfungsergebnis zur Förderung des Wiederaufbaus des Garnisonkirchturms durch die Bundesregierung und erklärte diese für rechtswidrig. Hier unsere Pressemitteilung dazu:

PRESSEMITTEILUNG
der Bürger*inneninitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche
Potsdam, den 03.02.2022

Mit seinem Prüfbericht zur Förderung der Garnisonkirche hat der Bundesrechnungshof offiziell bestätigt, was die BI und andere Kritiker*innen des Wiederaufbaus schon seit Jahren immer wieder offenlegen und anprangern: Die Turmkopie ist ein Millionengrab. Die staatliche Finanzierung, die den Baustart erst möglich gemacht hat, ist rechtswidrig und hätte nie erfolgen dürfen. Mit anderen Worten: Der Turm hätte nie gebaut werden dürfen.

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Garnisonkirchengegner vor Gericht

PRESSEMITTEILUNG
der Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche
mit Unterstützung der Martin-Niemöller-Stiftung und
des Vereins zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam

Potsdam, 01.12.2020
Garnisonkirchengegner vor Gericht

Mehr als drei Jahre nach dem Baustart der Garnisonkirchenkopie am 29.10.2017 und nach etlichen Verschiebungen wird der erste Prozess gegen einen Garnisonkirchengegner am 4.12.2020 und 18.12.2020 jeweils um 10 Uhr am Potsdamer Amtsgericht in der Hegelallee 8, im Saal 215 stattfinden. Insgesamt sind vier Garnisonkirchengegner angeklagt. Diesen Freitag, am 4.12. wird vor Prozessbeginn um 9 Uhr und vor dem Amtsgericht – unter Berücksichtigung der Corona-AHA-Regeln – zu einer Kundgebung gegen die Garnisonkirchenkopie und in Solidarität mit den Angeklagten eingeladen.

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Eröffnung des Lernorts Garnisonkirche Potsdam

Herzlich laden wir ein zur Eröffnung des Lernorts Garnisonkirche Potsdam
am Samstag, den 5. September um 19:00 Uhr

im Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum, Dortustraße 46, 14467 Potsdam

Lernort Garnisonkirche Potsdam

Die Martin-Niemöller-Stiftung und die Universität Kassel haben mit mehreren Potsdamer Initiativen (siehe unten) direkt am historischen Standort der Garnisonkirche Potsdam einen Lernort eingerichtet, der kontinuierlich über die Geschichte des Ortes aufklären und über die oft verschwiegenen und verdrängten Dimensionen dieser Kirche sowie des Wiederaufbauprojekts informieren wird.

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Musikalischer Protest zum 75. Jahrestag der Befreiung

Musikalischer Protest gegen den Neubau der Garnisonkirche in Potsdam zum 75. Jahrestag der Kapitulation des faschistischen Deutschlands

PRESSEMITTEILUNG von Lebenslaute

Mit alten Chorälen mit zum Teil neuen Texten, mit den „Moorsoldaten“, 1933 im KZ Bürgermoor geschrieben und mit einem aserbaidschanischen Friedenslied, mit Geige, Bratsche, Cello und Querflöte werden Musizierende des Musik- und Aktionsnetzwerkes „Lebenslaute“ am 8. Mai 2020, zum 75. Jahrestages der Befreiung Europas von beispiellosem Terror und Faschismus, gegen den Neubau der Potsdamer Garnisonkirche protestieren.

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„Bürger*innen gemeinsam für eine soziale und kreative Stadt!“

Aufruf und Pressemitteilung
des Netzwerks „Stadt für Alle“

Letzte Woche hatte in Potsdam der Film „Schrott oder Chance“ Premiere, der die Kämpfe und Debatten um die Fachhochschule zeigt. Eindrucksvoll und eindringlich macht er klar, was passiert, wenn Stadtpolitik nicht bereit ist, die Interessen, das Engagement und die Bedürfnisse ihrer Bürger*innen einzubeziehen. Das Ergebnis ist eine gespaltene Stadt.

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Wolfgang Huber bekommt die Goldene Axt 2018

Am Freitag, den 6. April 2018, wurde in Potsdam ein „Benefiz“-Konzert veranstaltet. Auf der Veranstaltung verlieh Wolfgang Huber, Kuratoriumsvorsitzender der Garnisonkirchenstiftung, dem Kuratoriumsmitglied der selben Stiftung Manfred Stolpe eine Goldene Ehrennadel.
Dies veranlasste uns zu einer Protestaktion, bei der wir einen für das Bauprojekt passenderen Preis an die Garnisonkirchenstiftung bzw. an Wolfgang Huber verliehen. Wolfgang Huber bekam schließlich die Goldene Axt 2018 für das besondere Verdienst zur Spaltung der Potsdamer Gesellschaft durch Kompromisslosigkeit und Ignoranz gegenüber direktdemokratische Voten in Potsdam (unser erfolgreiches Bürgerbegehren 2014 und sämtliche Bürgerhaushaltsabstimmungen).
Es gab einiges an Presse:
RBB-Bericht (ab 7:33 min)
Berliner Zeitung: Nun wird der Streit mit Preisen ausgetragen
Domradio.de: Ständiger Zankapfel Ehrung und Schmähpreis für Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche

Wir haben zudem Flyer an die wartenden Besucher*innen für das Konzert verteilt, mit folgendem Text:

BENEFIZ für die Garnisonkirche?
Es ist schon ein merkwürdiges und beliebiges Verständnis von „Benefizveranstaltungen“, wenn diese für einen 100 Mio. Euro teuren Luxusbau (Kalkulierte Gesamtkosten der Garnisonkirchenkopie im Jahr 2011) ausgerichtet wird. Gilt die Garnisonkirche als „bedürftig“ oder gar als „arm“? Kaum zu glauben, denn weitere Kirchenräume werden in Potsdam nicht benötigt. Schlösser und alte Barockgebäude gibt es in Potsdam ebenso zuhauf. Wenn das einzige Argument für den Wiederaufbau „Sie war doch so schön“ ist, ist es in erster Linie ein Luxusbedürfnis einiger Wenige und kein existenzielles Bedürfnis. Wenn es der Garnisonkirchenstiftung um die Erinnerung an die Geschichte ginge, könnte auch ein viel bescheideneres und im Hinblick auf die dunkle Vergangenheit der Garnisonkirche viel angemesseneres Gebäude genügen. Stattdessen ist der Bau der Garnisonkirchenkopie so teuer, dass die Garnisonkirchenstiftung noch nicht mal Personalkosten für die Geschichtserinnerung einplant. Ein Konzept für eine richtige Gedenk- und Bildungsstätte sieht anders aus – das hat auch die kirchliche Martin-Niemöller-Stiftung mit einem Gutachten festgestellt.

Prestigeprojekt Garnisonkirchenkopie – Wo ist die Bedürftigkeit?
Im Kuratorium der Garnisonkirchenstiftung sitzt u. a. Inga Maren Otto, Angehörige einer der reichsten Familien in Deutschland (2015: 18,1 Mrd. Euro oder 180 Garnisonkirchen oder 2.600 Kindertagesstätten).
2017 bekam die Stiftung eine im Vergleich sehr hohe Summe (12 Mio. Euro) als Zuschuss von der Bundesregierung, die entgegen den Vorschriften der Bundeshaushaltsordnung ohne Nachweis einer Gesamtfinanzierung gewährt wurde. Im selben Jahr wurden Förderanträge an die Bundesregierung mit weitaus geringeren Summen für Kulturstättenprojekte in Potsdam-West (Scholle 34) komplett versagt (wegen „Geldmangel“).
Schon 2010 zeigte sich ein noch üblerer Konflikt zwischen der öffentlichen Mittelverteilung für die Garnisonkirche und der Unterstützung von wirklich bedürftigen Projekten.
Das ehemalige KZ bzw. die heutige Gedenkstätte in Sachsenhausen bekam zu Gunsten einer Landesförderung für die Garnisonkirche weit aus weniger Fördergeld, als sie benötigte (nur 316.530 Euro statt benötigte mehrere Mio. Euro). Die Garnisonkirche bekam dagegen 2 Mio. Euro, was die Maximalförderung aus dem Fördertopf entsprach. So konnte die Gedenkstätte in Sachsenhausen den Plan eines Geschichtsparks beim Klinkerwerk nicht umsetzen. Für die Aufarbeitung des Völkermords war nicht genug Geld vorhanden, während die Garnisonkirche mit öffentlichen Geld aus dem selben Fördertopf überschüttet wurde. Was das symbolisch aussagt, ist erschreckend. Denn hier wurde der Ort der Täter mit Geld bedacht, was in direktem Zusammenhang den Orten des Gedenkens an die Opfer fehlte.

„Goldene Axt“ statt „Ehrennadel in Gold“
Heute wird während des sogenannten Benefizkonzertes MANFRED STOLPE mit einer „Ehrennadel in Gold“ ausgezeichnet, als Anerkennung für die Förderung der Garnisonkirchenkopie. Es ist schon bemerkenswert, dass die Akteure des Wiederaufbaus nun anfangen, sich gegenseitig Auszeichnungen zu verleihen. MANFRED STOLPE sitzt im Kuratorium der Garnisonkirchenstiftung und beteiligt sich nicht uneigennützig an diesem Bau. Es ist für ihn wie für die anderen Kuratoriumsmitgliedern in erster Linie ein Prestigeprojekt, dessen Scheitern eine Schmach für die Beteiligten wäre. Angesichts der Gefahr einer Bauruine aufgrund der nicht ganz seriösen Finanzierungsplanung (u. a. soll die Garnisonkirche das einzige Bauprojekt in Deutschland sein, dessen Baukosten und Bauzeiten sich im Laufe der Jahre reduziert haben), kann man verstehen, dass Auszeichnungen von Ehrennadeln ein wenig Unterstützung für das offensichtlich geringe Selbstvertrauen der Wiederaufbaubetreiber*innen schaffen. Und der Eitelkeit tut‘s auch gut.
Die Verleihung der „Ehrennadel in Gold“ verstellt jedoch den Blick auf die wirklichen Leistungen des Projektes.
Wir können das besser: Wir verleihen den richtigen Preis.
Wir verleihen die Goldene Axt 2018 an WOLFGANG HUBER, den Vorsitzenden der Stiftung Garnisonkirche Potsdam (SGP).
Die Verleihung der „Goldenen Axt“ steht sinnbildlich für die Kompromisslosigkeit und die von den Kirchenkopiefans betriebene Missachtung der direktdemokratischen Voten der Potsdamer Bevölkerung (u.a. beim Bürgerbegehren 2014 und bei sämtlichen Bürgerhaushaltsabstimmungen). Die Ignoranz der Garnisonkirchenstiftung legt die Axt an die demokratischen Prinzipien und spaltet diese Stadt. Gegenüber den Künstler*innen im Rechenzentrum benehmen sie sich ebenso wie wild gewordene Holzfäller und sorgen für Unfrieden. Erst vor Kurzem stimmte das Stiftungskuratorium gegen die sichere Nutzungsverlängerung des Rechenzentrums bis 2023. Selbst für CDU und SPD war diese Abstimmung unverständlich. Die Kirchenleute haben ein hartes Herz – sie setzen die Künstler*innen unnötig unter Druck und sorgen für Planungsunsicherheit. Für ihr Luxusprojekt sind ihnen die wirklich wichtigen Bedürfnisse dieser Stadt egal. WOLFGANG HUBER sagte einmal, dass die Garnisonkirche nicht trotz des Streits sondern wegen des Streits gebaut werden sollte. Diesen Zynismus kann nur ein Mensch von sich geben, der jegliche Bodenhaftung und gesellschaftliche Verantwortung verloren hat. Dementsprechend hat sich allen voran der besonders hartherzige WOLFGANG HUBER, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Garnisonkirche, die „Goldene Axt 2018“ mehr als verdient. Sie wird in einem angemessenen Rahmen gebührend übergeben.

Stimmungslage in Potsdam (Auszug aus Abstimmungen):
PLATZ 1 beim BÜRGERHAUSHALT 2018: „Kein städtisches Geld für den Wiederaufbau der Garnisonkirche“ (15.123 Stimmpunkte), Beteiligung von mehr als 14.000 Potsdamer*innen.
BÜRGERBEGEHREN 2014 zur Auflösung der Stiftung Garnisonkirche Potsdam: 16.000 UNTERZEICHNER*INNEN innerhalb von 3,5 Monaten (davon 14.285 gültige Stimmen durch Potsdamer Bürger*innen, überprüft durch Wahlamt)
Seit September 2014 werden Online-Stimmen für die Potsdamer Garnisonkirche gesammelt. Innerhalb von 3,5 Jahren wurden bisher ca. 24.000 nicht überprüfbare Online-Stimmen gezählt. Lediglich ca. 5.000 Unterzeichner*innen gaben Potsdam als Wohnsitz an.

Bei so viel Prominenz darf das Fernsehen nicht fehlen

Wolfgang Huber erfreut sich sichtlich über die Ehrung

Das Publikum zwischen älteren Konzertbesucher*innen und jüngeren Teilnehmer*innen der Protestaktion war einfach zu unterscheiden: Es bestand ein durchschnittlicher Altersunterschied von 40+

11.09.16: Protest gegen LIVE-Fernsehwerbeveranstaltung für die Garnisonkirche

Reformation 2.0:

 

Kein öffentliches Geld für die Garnisonkirche!

 

Für die Trennung von Staat und Kirche!

 

Sonntags,  11.09.2016 / 11:00 Uhr  / Garnisonkirchenbrache (Breite Straße)

Achtung Beginn hat sich geändert: Ihr könnt auch schon um 9:00 in die Breite Straße kommen, zur Versammlung der Wähler*innengruppe Die Andere (https://www.facebook.com/DIEaNDEREPotsdam). Hauptsache wir  sind viele! Da kann die Polizei so viel verbieten und drohen wie sie möchte.

Kommt als Bauernmob in Arbeitskluft (kann auch modern sein) passend zu den Revolten während der Reformation!

 

Welchen wichtigen Anlass gibt es am diesjährigen 11. September? Etwa den 15. Jahrestag des Attentats auf das World Trade Center in New York? Nein! Für unsere Garnisonkirchenfreund*innen findet an diesem denkwürdigen Datum etwas viel „Bedeutenderes“ statt: Ein Fernsehgottesdienst in der Nähe der Garnisonkirchenbrache (im IHK-Gebäude gegenüber), live ausgestrahlt im ZDF, in dem das Zuschauerpublikum auf das nach nationaler Bedeutung hechelnde Garnisonkirchenprojekt eingestimmt werden soll.

 

Wie und warum es dazu gekommen ist, an diesem besonderen Jahrestag einen Fernsehgottesdienst mit Bezug auf die ehemalige Garnisonkirche zu veranstalten, wissen eventuell Marlehn Thieme, Mitglied des EKD-Rates, Garnisonkircheunterstützerin und Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates und ihr guter Bekannter Wolfgang Huber, Vorsitzender der Garnisonkirchenstiftung, der im Fernsehgottesdienst seine weisen Worte an das ZDF-Publikum wenden wird – und sicher jeden unpassenden Vergleich zwischen Garnisonkirche und World Trade Center vermeiden wird…

Wir wollen gegen die unangemessene Fernsehwerbeveranstaltung für die Garnisonkirche vor Ort protestieren.

 

Deshalb rufen wir zur erneuten Reformation auf und haben drei „Thesen“:

  • Kein öffentliches Geld für die Garnisonkirche

  • Trennung von Staat und Kirche

  • Gegen die Dekadenz der Kirchenelite

 

Wir rufen euch, als Potsdamer Bauernschaft, auf:
Zeigt der prunksüchtigen Kirchenleitung, wo eure Mistgabeln hängen! Kommt sonntags im Agrararbeitsoutfit – ganz im Sinne der Bauernaufstände zu Zeiten der Reformation. Denn wie jede*r gute Protestant*in weiß, waren die Finanzschwierigkeiten eines großen Kirchenbauprojektes, des Peterdoms, der zentrale Auslöser der damaligen Reformation. Der Petersdom sollte mittels der Verschärfung des Ablasshandels finanziert werden, weshalb für die arme Bevölkerung das Fass der Feudalgesellschaft zum Überlaufen voll war.

Mehr Infos: http://www.ohne-garnisonkirche.de

zdf

Wie weiter gegen die Garnisonkirche?

2014 startete die Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche ein Bürgerbegehren für die Auflösung der Garnisonkirchenstiftung. In drei Monaten wurden mehr als 16.000 Unterschriften gesammelt. Durch fragwürdige Tricksereien verhinderten der Oberbürgermeister und seine Rathauskoalition dennoch die Durchführung des gesetzlich vorgesehenen Bürgerentscheides. Bis heute lehnen sie es ab, ein Votum der Potsdamer Bevölkerung zum Aufbau der Garnisonkirche zuzulassen. Stattdessen wurde ein Verfahren gestartet, das zwar Bürgerdialog heißt, aber nach Überzeugung des Aktivenkreises der Bürgerinitiative weder eine Möglichkeit zu wirklicher Mitbestimmung garantiert, noch einen Raum für einen ergebnisoffenen Dialog schafft.
Am Donnerstag, 21. Januar 2016 lädt die BI für ein Potsdam ohne Garnisonkirche alle Sympathisanten und Unterstützerinnen ins Haus 2 des Kulturzentrums Freiland (Friedrich-Engels-Straße/Ecke Schlaatzweg) ein.
Ab 19 Uhr möchten wir über den Sachstand zur Garnisonkirche und unsere Bewertung des Bürgerdialogs informieren.
Außerdem möchten wir Eure Position zu unserem weiteren Vorgehen erfahren.
Bitte kommt zahlreich und gebt den Termin weiter. Wir rechnen mit Euch!

Garnisonkirche bettelt um Geld bei russischen Oligarchen

Dass die Garnisonkirchenstiftung nicht gerade im Geld schwimmt, ist offenkundig. Aber dass nun Kuratoriumsmitglieder bei russischen Oligarchen Spendenwerbung betreiben, hat uns tatsächlich überrascht. Den Garnisonkirchenfans ist es anscheinend völlig egal, woher das Geld kommt.

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Um auf die groteske Spendensammlung der Garnisonkirchenstiftung aufmerksam zu machen, haben wir Herrn Wladimir Wladimirowitsch Putin, russischer Präsident, und Herrn Wolfgang Huber, Kuratoriumsvorsitzender, nach Potsdam eingeladen und mit ihnen eine ebenso groteske Spendenübergabe gefeiert. 30 spontane Gäste empfingen die beiden Herren. Es wurden Flyer verteilt. MAZ und PNN berichteten.

Flyertext:
„VERSÖHNUNG IST KÄUFLICH

Am Dienstag, dem 17.11.2015 findet um 19 Uhr in der russischen Botschaft (Berlin, Unter den Linden) ein Benefizkonzert zugunsten der Garnisonkirche statt. Dazu laden das Kuratoriumsmitglied der Stiftung Garnisonkirche Potsdam Manfred Stolpe und Putins Botschafter Wladimir Grinin gemeinsam ein.

Wie Sie wissen, waren wir bisher nicht sehr erfolgreich bei der Spendensammlung. Den Rechtsextremisten und homophoben Max Klaar wie auch Nachkommen von reichen Nazi-Industriellen konnten wir für unser Projekt nicht gewinnen. Die Rüstungsindustrie zeigte sich nur geringfügig gütig und zahlte gerade mal eine Millionen Euro aus.

Wir verstehen diese ablehnende Haltung gegenüber der Garnisonkirche nicht. Schließlich sind wir sehr zuvorkommend und nicht sehr wählerisch.

Geld lässt so manchen Makel wie Homophobie, Rassismus, Rüstungsindustrie und Geschichtsrevisionismus vergessen. Wir sind da nicht so kleinlich!

Unter dem Motto VERSÖHNUNG IST KÄUFLICH bietet die Evangelische Kirche dem gerade mit wirtschaftlichen Sanktionen belegten Russland den symbolischen Handschlag an. Besonders ein Versöhnungsort muss homophoben und kriegsbegeisterten Autokraten die Tür offen halten, solange sie diese Tür mit Koffern voller Geld betreten.

Falls auch Sie unseren großzügigen Absolutions- und Segensservice nutzen möchten, senden Sie Ihr Angebot bitte an die Garnisonkirchenstiftung.“

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Einladung zur Veranstaltung „Die Geschichte der Garnisonkirche zwischen 45′ – 68′“

Die Geschichte der Potsdamer Garnisonkirche von 1945 bis 1968 – Zwischen Mythenbildung und wissenschaftlicher Forschung

Vortrag und Diskussion mit…

Referent: Matthias Grünzig
Diskussionsgast: Prof. Dr. Martin Sabrow
Moderation: Dr. Jörg Kwapis

Wann: Donnerstag, 23.04.2015, 18 Uhr
Wo: Hörsaal 1, Fachhochschule Potsdam, Friedrich-Ebert-Str. 4


Die Sprengung der Garnisonkirche 1968 ist ein Ereignis, um das sich bis heute zahlreiche Mythen ranken.
Der Architekturjournalist Matthias Grünzig wagte einen tiefen Blick in die staatlichen und kirchlichen Archive und förderte überraschende Erkenntnisse zutage. Die unveröffentlichten Forschungsergebnisse werfen ein neues Licht auf die Haltung der staatlichen und kirchlichen Akteure zur Garnisonkirche. Die Originaldokumente lesen sich wie ein Geschichtskrimi mit aus heutiger Sicht unerwarteten Positionen und Abläufen.
Eine wissenschaftliche Publikation ist in Arbeit, auf der Veranstaltung präsentiert der Referent seine ersten Ergebnisse.

Die Veranstaltung wird von der Bürgerinitiative ‚Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche‘ organisiert, in Kooperation mit dem Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen der Stadt Potsdam e.V. und gefördert von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung

Stadt Forum Potsdam am 13. November 2014

Das Stadt Forum Potsdam lädt ein zur öffentlichen Diskussionsveranstaltung am 13. November 2014, 18 Uhr Bildungsforum zum Thema: ‚Wiederaufbau der Garnisonkirche?‘.
Mehr Informationen findet ihr hier:
https://www.potsdam.de/content/51-sitzung-wiederaufbau-der-garnisonkirche

Wir sind zwar nicht der gleichen Meinung wie das ‚Stadt Forum Potsdam‘, dass die Debatte um die Garnisonkirche seit dem Bürgerbegehren „wieder entstanden ist“. Die politisch Interessierten in Potsdam wissen, dass die Bemühungen um die Fassadenkopie der Garnisonkirche ein politischer
Dauerbrenner sind. Jegliche Themen rund um das umstrittene Thema sind schon mal in den letzten 20 Jahren diskutiert worden. Ein Bürgerentscheid oder eine repräsentative Bürgerbefragung nach einem Ja oder Nein zum ‚Wiederaufbau der GK‘ wäre ein erhoffter Schlussstrich unter der Debatte gewesen, für beide Seiten.
Der Streit geht nun weiter. Wir stellen Fragen, äußern Zweifel und regen mal wieder dazu an, mit dem Ort anders -zeitgemäßer, bescheidener, versöhnungsvoller- umzugehen als eine teure Kopie einer 88 m hohen ehem. Hof- und Soldatenkirche zu bauen.

Kommt zahlreich und diskutiert mit, es wird sicher -wie immer- spannungsgeladen.

Garnisonkirchenstiftung: Bischof trifft Oberst trifft Privatdozentin

Die Garnisonkirchenstiftung hatte bei der Privatdozentin Anke Silomon ein Buch in Auftrag gegeben. Dieses beleuchtet das kirchliche Leben in der Militärkirche unter dem Titel ‚Pflugscharen zu Schwertern / Schwerter zu Pflugscharen‘. Zu seiner Vorstellung waren der Bundeswehr-Oberst Matthias Rogg sowie der Bischof a.D. Wolfgang Huber geladen. Es fand sich ein geeigneter Vortragsraum ganz in der Nähe des Garnisonkirchenortes: Die obere Etage des städtischen Potsdam-Museums.
Die BI verteilte Flyer, um darauf hinzuweisen, dass die GK-Stiftung offenbar bessere Verbindungen zum Militär hat als sie häufig in der Öffentlichkeit behauptet.