Neues Spendenziel der Stiftung Garnisonkirche widerlegt bisherige Kostenplanung

Wie den Artikeln der Lokalzeitungen MAZ und PNN am 24.6.2017 zu entnehmen war, stellte Ex-Landesbischof Wolfgang Huber am 23.6. den neuen Spendenkatalog für den Wiederaufbau des Garnisonkirchenturms an der Breiten Straße in Potsdam vor. Er bezifferte die mithilfe des neuen Katalogs anvisierten Spendeneinnahmen auf 18,5 Mio. €.

Einnahmen in dieser Größenordnung sind offenbar die Voraussetzung dafür, dass der barocke Turm nun doch in einem Bauabschnitt und ohne Abstriche bei der Fassade entstehen könnte.
Zusammen mit den schon eingenommenen bzw. zugesagten 27 Mio. € sieht die Stiftung Garnisonkirche also Baukosten von voraussichtlich rund 45,5 Mio. € als realistisch an.
Bislang bezifferte die Stiftung die Baukosten ihres Projekts auf 38 Mio. €, jetzt korrigiert sie ihre Planung um 7,5 Mio. € und plant künftig mit Baukosten von 45,5 Mio. €. Sie widerlegt damit die bisherige Bauplanung für den Wiederaufbau des barocken Turms.

Ein unabhängiger Baucontroller prognostizierte der Stiftung schon vor einiger Zeit Turmbaukosten von etwa 51 Mio. € zum Zeitpunkt der Fertigstellung.

Die Veröffentlichung der differierenden Zahlen kommt für die Kirchenbauer möglicherweise zur Unzeit, liegt doch der Fördermittelantrag zur Prüfung im Kulturministerium vor. Eine bereits vor Baubeginn geänderte Planung der Baukosten zeugt nicht gerade von langfristig korrekter und seriöser Planung.

Erste Ausschreibungen für Bauleistungen wurden gestartet. Es wird sich zeigen, ob Firmen zu den von der SGP geplanten Preisen arbeiten. Die Zukunft wird zudem zeigen, ob etwaige Spender*innen vom zweifelhaften Versöhnungskonzept und dem Risiko einer Bauruine bei gleichzeitig mittel- bis langfristigem Abriss des Rechenzentrums abgeschreckt werden.

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Stiftung will Pfeiler rammen!

Laut MAZ vom 23.5. will die Garnisonkirchenstiftung im nächsten Jahr ihre Fundamentpfeiler in den Boden rammen! Ohne Finanzierungskonzept wird ein Bauantrag gestellt und werden die Bauleistungen ausgeschrieben, nach der unveränderten Stiftungsdevise: ’schon mal Fakten schaffen, das Geld wird schon kommen, und sei es aus öffentlichen Mitteln !‘ (wie auch im Fall der Finanzierung der Entwurfsplanung). Sprich: schon das bauliche Fundament dieses umstrittensten Kirchenbauprojekts Deutschlands ist finanziell auf Sand gebaut, -ganz zu schweigen vom geistigen (s.’Versöhnungsarbeit‘ – für die bisher keinerlei Konzept vorliegt). Der Ehrgeiz des Pensionärs und Professors Altbischof Huber, sich mit dem Wiederaufbau der Garnisonkirche ein Denkmal zu setzen, treibt schon seltsame Blüten der Unseriosität.

Das ist die Antwort der Stiftung, allen voran Altbischof Hubers, auf unseren Offenen Brief u.a. zur Offenlegung der Finanzierung, deren Quellen, auf unsere Forderung nach Transaperenz. Es geht so weiter, wie bisher, intransparent und unseriös.

Des Weiteren ist dem Artikel der MAZ zu entnehmen dass sich aus finanziellen Engpässen die Verschwenkung der Breiten Straße Jahr um Jahr verschiebt – angeblich mittlerweile sogar auf 2016/17.  Die Stiftung führt wieder mal interne Diskussion mit der Stadtplanung, diese Verschwenkung womöglich vorzuziehen. Wenn offenbar von Kirchen-/Stiftungsseite auch keine Transapernz und Klarheit  zu erwarten ist, so erwarten und fordern wir doch von der Stadt, die Mitglied der Stiftung ist, erneut: keine Verschwenkung der Breiten Straße, solange die Stiftung die für den umstrittenen Kirchennachbau nötigen Gelder nicht hat.

Wir von der Bürgerinitiative für ein Potsdam Ohne Garnisonkirche weisen in aller Deutlichkeit darauf hin, dass wir jegliche planerische und bauliche Tätigkeit im Zusammenhang der geplanten Verschwenkung als Verstoß gegen den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 02.05.2012 „Die Landeshauptstadt Potsdam wird den Wiederaufbau der Garnisonkirche weder mit öffentlichen Geldern, noch durch eigene Leistung oder anders mittelbar fördern.“ (11/SVV/0820) sehen.