Gemeinsamer Brief an Staatsministerin Grütters

In einem gemeinsamen Brief wendeten sich die Niemöller-Stiftung und der Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen an Prof. Dr. Monika Grütters.
In der dazugehörigen Pressemitteilung heißt es, der neu gewählte Bundestag solle vor der Bewilligung der 12 Fördermillionen erörtern, wie am Ort der ehemaligen Garnisonkirche Potsdam deutsche Geschichte dargestellt werden kann.

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Hallo Potsdam – Zeitung zur Innenstadt

Da sie das Garnisonkirchenprojekt in einem größeren Zusammenhang erwähnt, verlinken wir hier die
Zeitung „Hallo Potsdam“,
die sich vor allem mit der Entwicklung der Potsdamer Mieten und dem Umgang mit der Innenstadt widmet.

Kirchenaustritt dank Garnisonkirche Potsdam

Rückblende: Show mit schönem Schein

Im letzten September durfte die Stiftung Garnisonkirche einen ZDF-Fernsehgottesdienst zur Bewerbung ihres Neubauvorhabens ausrichten. Sie zog dabei alle Marketingregister für hübsche Bilder und gebefreudige Besucher*innen. Dennoch ist längst nicht jede*r Christ*in und Architekturinteressierte vom neobarocken Wiederaufbaugedanken überzeugt.

Für Professor Philipp Oswalt war besagter Gottesdienst sogar der letzte, noch fehlende Anstoß, um aus der staatlich unterstützten Struktur „Kirche“ auszutreten. Und es waren nicht nur bautheoretische Differenzen, die den ehemaligen Direktor der Stiftung Bauhaus in Dessau zu einem Schreiben an die Kirchenleitung bewegten, wie Sie hier lesen können.

BI weist Jakobs Kritik zurück

Die Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche weist die Kritik des Oberbürgermeisters JANN JAKOBS am laufenden Bürgerbegehren gegen den Aufbau der Garnisonkirche zurück. JAKOBS hatte sich in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Mittwoch gegen das laufende Bürgerbegehren ausgesprochen und dabei unrichtige oder irreführende Behauptungen aufgestellt. Diese erläutern und widerlegen wir in der verlinkten Pressemitteilung.

Offener Brief zum Bauantrag

Bürgerinitiative „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“

Offener Brief

An den
Oberbürgermeister der Stadt Potsdam
Herrn Jann Jakobs
Friedrich-Ebert-Str. 79-81
14469 Potsdam

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jakobs,

vor einigen Tagen hat die Stiftung für den Wiederaufbau der Garnisonkirche den Bauantrag für die Wiedererrichtung der Garnisonkirche, vorerst deren Turm, gestellt.
Wir möchten Sie eindringlich bitten, Ihren politischen Einfluss in Ihrer Eigenschaft als unser Stadtoberhaupt dahingehend auszuüben, dass dieser Antrag zum Neubau dieses höchst umstrittenen Bauwerks durch die Stadtverwaltung nicht genehmigt wird.
Dafür gibt es gewichtige Gründe. Abgesehen von der historischen Belastung und unseligen Vergangenheit dieser Kirche ist die Finanzierung dieses Bauvorhabens nicht einmal zu 5 % abgesichert. Von bisher gesammelten 5 Millionen Euro ist ein großer Teil bereits ausgegeben. Veranschlagt aber sind Kosten von insgesamt 100 Millionen Euro. Erfahrungen aus anderen Vorhaben besagen, dass dieses nicht die Kostenendsumme sein wird und mit erheblichen Mehrkosten zu rechnen ist. Nach Genehmigung des Bauantrages soll im Jahre 2013 mit dem Bau des Turmes der Kirche begonnen werden. Die zur Verfügung stehenden Geldmittel sind kaum für die Schaffung der Fundamente des Turmes ausreichend. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass sich genügend Sponsoren finden, die bereit sind, dieses fragwürdige Bauvorhaben zu finanzieren. Außerdem ist davon auszugehen, dass dann auf der Breiten Straße der Bau unterbrochen oder eingestellt wird und auf eine nicht absehbare Zeit eine Bauruine auf ihre weitere Verwendung wartet. Schon mit Baubeginn ist mit einem Verkehrschaos auf der am meisten befahrenen Straße Potsdams zu rechnen. Denn es geht ja nicht nur um die rechte stadtauswärts führende Fahrbahn. Mit Schaffung der Baufreiheit müssten zumindest eine weitere Fahrbahn, wenn nicht sogar zwei Fahrbahnen, für den Verkehr gesperrt werden -und das für mehrere Jahre.
Zu erwarten ist dann die Forderung der Stiftung und Fördergesellschaft an die Stadt und das Land, die weitere Finanzierung des Neubaus zu übernehmen. Dem steht aber der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gegenüber, keine öffentlichen Mittel für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Außerdem kommt in dem Bürgerhaushalt für 2013 eindeutig das entsprechende Votum der Potsdamer Bürger zum Ausdruck.
Mit der Genehmigung des Bauantrages wären die Stadt und auch das Land Brandenburg erpressbar. Eine Bauruine in der Breiten Straße wäre eine Schande für die Stadt und eine Blamage vor der Weltöffentlichkeit.
Unter diesen Umständen wäre es abenteuerlich, eine Baugenehmigung für dieses Vorhaben zu erteilen. Es wäre mit einem Desaster ähnlich dem am Berliner Flughafen BER zu rechnen. Und dafür trügen Sie als Stadtoberhaupt und auch als Mitglied der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche die Hauptverantwortung. Wir würden in diesem Fall auf dieses Schreiben zurückkommen.
Außerdem müsste geprüft werden, ob das vorliegende Bauprojekt überhaupt den Voraussetzungen entspricht, die seinerzeit Grundlage der Schenkung (versteckte Finanzierung mit öffentlichen Mitteln im Werte von mehr als 2 Millionen Euro) des Baugrundstücks waren. Das betrifft die Gestaltung der Kirchenspitze mit dem Nagelkreuz und die eindeutige Verwendung des Bauwerks als Versöhnungszentrum. Bei Nichteinhaltung dieser Voraussetzungen sollte die Schenkung rückgängig gemacht werden und das Grundstück einer anderen besseren Verwendung zur Verfügung gestellt werden.
Wir möchten Sie bitten, dieses Schreiben über das Büro der Stadtverordnetenversammlung allen Abgeordneten als Kopie zur Verfügung zu stellen.

Potsdam, den 21. November 2012

Kirchlicher Glanz für militärisches Gloria

ZEITGEIST In der ehemaligen Garnisonkirche in Potsdam ließen sich preußische Militärs und Nazis die Kriege segnen. Einflussreiche Politiker, Unternehmer und Kirchenmänner wollen die Kirche wieder neu aufbauen

VON ANSELM WEIDNER
Sonntaz, 13./14. Oktober 2012

Kirchlicher Glanz für militärisches Gloria, taz, 13.10.2012

Kaum eine Kirche in Deutschland ist historisch und ideologisch so aufgeladen wie die ehemalige Garnisonkirche in Potsdam. Das Bild von Hitlers servilem Handschlag mit dem Reichspräsidenten Hindenburg auf den Kirchenstufen bildet dabei den Höhepunkt. Es war eine perfekte Inszenierung der Nazis. Die Kirche gibt es nicht mehr. Jetzt aber soll sie wieder aufgebaut werden.

Unstrittig ist: Die Garnisonkirche war ein Meisterwerk des norddeutschen Barock und mit ihrem fast 90 Meter hohen, grazilen Turm Teil des stadtbildprägenden Potsdamer Dreikirchenblicks. Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. wurden hier zu Grabe gelegt. Festgottesdienste zu Thronjubiläen wurden in der Kirche abgehalten – geschmückt war sie mit geweihten Kriegstrophäen, Fahnen und Feldzeichen aus preußischen Kriegen. Sie war „eine Art Walhalla des preußisch-deutschen Aufstiegs zur europäischen Großmacht“, so der Historiker Martin Sabrow. Hier wurden Truppen in den Ersten Weltkrieg 1914 verabschiedet und gesegnet. Im Potsdamer Volksmund war sie: „die Geisterhöhle“.

Kein Einwand

Für die Nazis war die Kirche perfekte Kulisse. Am 21. März 1933 wurde Hitler dort in einer feierlichen Zeremonie als Reichskanzler inthronisiert. So wurde sie „das Symbol für die Vermählung der konservativen, der deutsch-nationalen Eliten mit der braunen Revolution der Nationalsozialisten – eins der eindrucksvollsten Ereignisse der Geschichte des 20. Jahrhunderts überhaupt“, sagt Sabrow, der Historiker. Der Handschlag ist als Beginn des „Dritten Reichs“ ins kollektive Bildgedächtnis eingegangen – weltweit. Auch in den folgenden Jahren des „Tausendjährigen Reichs“ fungierte die Garnisonkirche als NS-Weihestätte. Etwa zelebrierten hier Reichsbischof Müller und Reichsjugendführer Baldur von Schirach eine Großkundgebung der Hitler-Jugend samt Fahnenweihe.

Nach dem britischen Bomberangriff im April 1945, der große Teile von Potsdam zerstörte, brannte die Kirche aus. Im Juni 1968 wurde die Kirchenruine auf Geheiß des Chefs der DDR-Regierung Walter Ulbricht gesprengt. Anfang der siebziger Jahre wurde auf dem Grundstück ein Rechenzentrum mit dem Mosaikfries „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ errichtet. Danach geriet die ehemalige Kirche in Vergessenheit.

Seit der Wiedervereinigung allerdings geistert sie wieder durch die Köpfe. Ginge es nach der kirchlichen Stiftung Garnisonkirche und der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau soll der Kirchturm zum 500. Jahrestag der Reformation, am 31. Oktober 2017 eingeweiht und anschließend das Kirchenschiff – von außen originalgetreu nach barockem Vorbild – nachgebaut werden. Geschätzte Kosten: 100 Millionen Euro.

„Von diesem Ort soll ein Geist des Friedens und der Versöhnung ausgehen. Und das ist ernst gemeint, weil wir uns den Brüchen der Geschichte stellen wollen, die sich mit diesem Ort verbinden“, sagt Wolfgang Huber, der ehemalige Bischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Es könne in seinen Augen nicht sein, „dass man die Kirche stellvertretend in Haftung nimmt für das, was mit dem Handschlag zwischen Hindenburg und Hitler versucht wurde.“ Huber setzt sich für den Wiederaufbau ein und ist Vorsitzender des Stiftungskuratoriums.

Gegen den Wiederaufbau hat sich die Bürgerinitiative „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ gegründet, die das ganz anders sieht: „Wer die Garnisonkirche wieder aufbauen will, deutet Geschichte um. Wer die Garnisonkirche wieder aufbauen will und sich damit Versöhnung auf die Fahne schreibt, erklärt die dunkle Nacht zum Zeichen des lichten Tages und versöhnt sich doch nur mit der reaktionären Geschichte Preußens.“

Friedrich Schorlemmer unterstützte die Wiederaufbaugegner kürzlich mit Sätzen wie: „Das von brauner Asche besudelte Gebäude kann durch den Neubau nicht reingewaschen werden. Ganz abgesehen davon, dass angesichts leerer Kirchen eine weitere überflüssig ist.“

Im Kuratorium der Garnisonkirchenstiftung sitzen einflussreiche Männer aus Kirche, Politik, Wissenschaft, Militär und Wirtschaft: der Militärbischof der evangelischen Kirche, der Chef des Militärgeschichtlichen Forschungsamts Potsdam, Brandenburgs Ministerpräsident, ein Mitglied des Aufsichtsrates der Siemens AG, ein ehemaliger Daimler-Benz-Topmanager. Ehrenkurator ist Richard von Weizsäcker. Ein Fünftel der knapp tausend Fördergesellschaftsmitglieder sind Militärs.

Die Gegner und Gegnerinnen dagegen sind ein heterogenes Häuflein von Antifaschisten aller Couleur, Mitgliedern der bunten Stadtparlamentsfraktion „Die Andere“, FriedensaktivistInnen, ehemaligen NVA-Offizieren und Wiederaufbaugegnern jenseits ideologischer Frontlinien. Ihre Zweifel an dem Projekt sitzen tief.

Keine Antwort

Sie fragen: Warum ist die Militärseelsorge mit 250.000 Euro der größte Stifter? Warum spricht Huber davon, dass in der zukünftigen Garnisonkirche „der bei Auslandseinsätzen gefallenen Bundeswehrsoldaten in besonderer Weise gedacht werden soll“? Warum ist in der neuen Entwurfsplanung das Nagelkreuz von Coventry als Versöhnungszeichen von der alten Wetterfahne mit preußischem Adler und anderen Herrscherinsignien verdrängt? Warum ist das „Internationale Versöhnungszentrum“ aus dem Nutzungskonzept gestrichen und warum liegt zwar der detaillierte architektonische Entwurf vor, aber kein ausgearbeitetes inhaltliche Konzept zur geplanten Versöhnungsarbeit? Und insbesondere: Warum distanziert sich die Stiftung nicht eindeutig von Oberstleutnant a. D. Max Klaar, mit dem die Wiederaufbauinitiative begann?

Klaar, der für das christliche Preußen Begeisterte, hatte mit seinem Fallschirmjägerbataillon 271 in Iserlohn Geld gesammelt, um das Glockenspiel der Garnisonkirche nachbauen zu lassen, und er hat es 1991 der Stadt Potsdam in einer Art Feldgottesdienst überreicht. Zudem hat er innerhalb von zwanzig Jahren über sechs Millionen Euro für die Garnisonkirche gesammelt – aber bitte „nicht für eine, in der Schwule getraut oder Kriegsdienstverweigerer beraten werden“. Er rückt die gesammelten Millionen bis heute nicht raus. Im Jahr 2004 wurde Klaar mit seinem Verband deutscher Soldaten und der Zeitschrift „Soldat im Volk“ vom Bundesverteidigungsminister als rechtsextrem eingestuft, offizieller Kontakt mit seinem Verband wurde untersagt.

Eine weitere Frage haben die Gegner auch an Altbischof Huber: Warum wird dieser Militärtempel der Hohenzollern von ihm zum Widerstandsort des 20. Juli 1944 umdefiniert, nur weil einige Offiziere des „nationalkonservativen militärischen Widerstands in letzter Minute“ dort gebetet hätten? Dies sei „ein liebenswürdiger, aber doch untauglicher Versuch zur geschichtspolitischen Reinigung durch Gegengift“, meinte der Historiker Sabrow.

Auf all diese Fragen haben die Gegner des Wiederaufbaus keine substanziellen Antworten erhalten. Und auch die Evangelische Kirche in Deutschland äußert sich nicht zu ihrem größten und brisantesten Kirchenbauprojekt. Der öffentliche Diskurs wird gescheut.

Unklar ist auch, woher die veranschlagten 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau kommen sollen. „Das ist eine Bürgerkirche, die nur aus Spenden finanziert wird“, war lange die offizielle Sprachregelung der Stiftung und der Fördergesellschaft. Dem widerspricht, was der Stiftungsverwaltungsvorstand im Frühjahr dieses Jahres verlauten ließ: „Die Garnisonkirche soll nach dem sogenannten Dresdener Modell finanziert werden, das beim großen Rekonstruktionsvorbild Frauenkirche zum Zuge kam: ein Drittel kleine Spenden, ein Drittel Mäzene, ein Drittel öffentliche Gelder.“ Also sollen in den Kirchenbau doch Steuergelder fließen.

„Hier wird getrickst, getäuscht und gelogen, dass sich die Balken biegen. So darf man doch in der evangelischen Kirche nicht mit Menschen umgehen“, empörte sich neulich ein engagiertes, aktives Kirchenmitglied, das anonym bleiben will.

Keine Debatte

Die Entwurfsplanung ist fertig; der Bauantrag soll im Herbst gestellt werden. Bagger und Betonsägen haben die alten Fundamente auf dem Garnisonkirchengrundstück an der Breiten Straße freigelegt. Der Wiederaufbau könnte beginnen. Aber die Spenden fließen spärlich. Ganze fünf Millionen Euro konnte die Stiftung bisher verbuchen – davon zwei Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln sowie eine Spende der Siemensstiftung in Höhe von einer Million. Die Stadt Potsdam und das Land Brandenburg haben beschlossen, keine weiteren öffentlichen Gelder für den Wiederaufbau beizusteuern. Der Baubeginn ist also ungewiss. Das aber ist eine Chance für die öffentliche Debatte über diesen für die nationale und europäische Geschichte so prominenten Ort. Sie sollte nicht nur in Potsdam geführt werden.

Versöhnung?

Zur Kolumne von Christian Wendland:

Zum Lobe und zur Ehre Gottes!
von Christian Wendland

„Zum Lobe und zur Ehre Gottes!“, PNN, 1.9.2012

In seiner Kolumne schwelgt Christian Wendland in Erinnerungen an das reale Gemeindeleben von vor 45 Jahren in der Garnisonkirchruine. Überraschend, dass sich der stadtbekannte Architekt und „Mitteschön“-Protagonist dem Thema Garnisonkirche über den christlichen Glauben nähert, anstatt wie sonst mit Leitbautenkonzepten, Stadtgrundrissen, Sichtachsen und okkulter Zahlenmystik aufzuwarten.

Ja, es gab eine vitale Heilig-Kreuz-Gemeinde, und ja, die Sprengung der Restkirche kann man als Akt kultureller Barbarei verstehen, aber Fakt ist auch, die Heilig-Kreuz-Gemeinde wurde entschädigt und bekam ein Ausweichquartier. Die heutige Heilig-Kreuz-Gemeinde möchte die Garnisonkirche nicht wieder zurückhaben und auch nicht in einer neuen Garnisonkirchgemeinde aufgehen. Die Landeskirche versucht, den widerspenstigen Gemeindekirchenrat aufzulösen.

Geht es ums Geld, das die Heilig-Kreuz-Gemeinde als Mitgift in die ungeliebte Ehe einbringen würde? Nichts ist so friedlich und christlich, wie es Christian Wendland darzustellen sucht. Die Freunde des Wiederaufbaues können sich noch nicht einmal auf die Form ihrer neuen Kapelle einigen. Wie soll da der Vorschlag einer neuen Heilig-Kreuz-Kapelle weiterhelfen? Aktuell werden Versöhnungskonzepte, auf deren Grundlage es zur Grundstücksübertragung durch die Stadt kam, sang- und klanglos verworfen.

Wendland fordert eine Friedenswidmung, aber die Militärseelsorge wurde klammheimlich Hauptstifter. Christen wie Wendland sind aufgerufen, ihre Hubers, Dröges, Rumpels, Francks und Kreutzers zurückzupfeifen. Noch ist es nicht zu spät!

Sandro Szilleweit, Bürgerinitiative Potsdam Ohne Garnisonkirche

Die prompte Antwort Christian Wendlands via PNN auf mein Leserbrief:
WENDLANDS Sicht Frieden

Angeregte Diskussion im Sputnik / Frank Baier stellte sein Buch vor

Das Publikum in der Buchhandlung Sputnik war bunt gemischt am Abend des 8. August, als Frank Baier sein Buch „Die Garnisonkirche braucht niemand“ vorstellte. Befürworter_innen eines Garnisonkirchenwiederaufbaus, aber auch Gegner_innen und Unentschlossene, lauschten dem engagierten Vortrag Baiers und tauschten danach Argumente und Meinungen aus.
Die stringente Argumentationslinie und der leidenschaftliche Sprachstil des Büchleins ließen kaum eine_n der Hörer_innen kalt und so erhitzte sich der Tonfall der Diskussion rasch.
Während manche_r Besucher_in ein ausbalanciertes, wissenschaftliches Buch erwartet hatte, das die gesamte Geschichte der Garnisonkirche und der Debatte um ihren Wiederaufbau sachlich beleuchten würde, präsentierte Baier einen mahnenden Essay, der von seinen persönlichen Befürchtungen einer Re-Militarisierung Deutschlands kündete. Dieser Deutung schlossen sich mehrere anwesende Friedensaktivist_innen an.

Von der Gegenseite wurde u.a. postuliert, dass eine originalgetreue Kirchenkopie im besonderen Sinne zu einer langanhaltenden Diskussion über „vergangene Greueltaten“ führen würde. Hingegen würde der Verzicht auf ein besonderes Bauwerk an der Stelle der Garnisonkirche zur „Ausradierung von Geschichte“ führen. Dieser Befürchtung setzte Baier die von ihm favorisierte Idee eines „Friedensdoms“ entgegen. Ein solcher würde seiner Meinung nach den Versöhnungsgedanken besser transportieren als eine Garnisonkirchenkopie.
Andere Wiederaufbaugegner_innen vertreten die Ansicht, es würde generell kein teures, großes Bauwerk zur Friedensmahnung benötigt. Auch gibt es unterschiedliche Ansichten zur Bedeutung von Religion im öffentlichen Raum innerhalb der Bürgerinitiative.

Und obschon die Ansichten des Lesungspublikums an jenem Abend weit auseinanderdrifteten, verband der Wunsch nach Frieden und verantwortlichem Handeln alle Diskutanten. Es bleibt abzuwarten, in welchem Rahmen dieser Wunsch sich im Garnisonkirchenkontext erfüllen wird. (ap)

Zwischenspurt beim Potsdamer Bürgerhaushalt!

Bis zum 8. Juni 2012 kann in der Priorisierungphase für bzw. gegen die Garnisonkirche abgestimmt werden. Erfolgreich im Rennen auf z. Zt. Platz 14 liegend der Vorschlag Nr. 270 „Umbau der Breiten Str. erst nach stehender Finanzierung Garnisonkirche“ dicht gefolgt vom Vorschlag Nr. 85 „Kein städtisches Geld für die Errichtung / den Unterhalt der Garnisonskirche„.
Der Vorschlag Nr. 85 wurde im Vorjahr schon gleichlautend im Bürgerhaushalt eingebracht. Er erreichte dort den bemerkenswerten 6. Platz mit 1.779 Punkten. Leider führte er zu keinerlei Reaktionen der Stadt! Sie erklärte diese Forderung schlicht als „bereits umgesetzt“ und verwies bzw. untermauerte dies mit einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung (11/SVV/0820).  Passiert ist weiter nichts! Die Verschwenkung der Breiten Straße und der Abriss des Rechenzentrums werden weiter mit „Hauptstadtmitteln“ (Landesmittel) und mit kommunalem Eigenanteil geplant und vorangetrieben.
Darum empfehlen wir in diesem Jahr den Vorschlag Nr. 270 zu unterstützen! Es bleibt zu hoffen, dass das Redaktionsteam bei der Sortierung der Vorschläge nach Ablauf der Priorisierungsphase diese beiden „aneinander angelehnten Vorschläge“ zusammenfasst. Wir werden uns dafür einsetzen. Übrigens kann man bereits vergebene Punkte für einen Vorschlag wieder löschen.
Bleibt der Aufruf: Bitte stimmt im aktuellen Bürgerhaushalt für unser Anliegen ab!

REDEN SIE ENDLICH TACHELES, HERR PROFESSOR HUBER ! – Offener Brief der BI — UPDATE: 160 Unterschriften

UPDATE zur Berichterstattung (Stand 30.05.12):

———————————-

Herr Professor Huber bemüht sich nach Kräften dem Nachbau der Garnisonkirche ein Image der Versöhnung und des Widerstandes anzudichten. Zugleich vernebelt der Bischof a.D., ebenso wie die Stiftung für den Wiederaufbau, jegliche Klarheit über Finanzierung und Machbarkeit des umstrittenen Projektes.

Die Bürgerinitiative nimmt den Vortrag Herrn Professor Hubers am Donnerstag (siehe separate Einladung der BI dazu) zum Anlass, von ihm  mehr Transparenz und eindeutige Positionen zu fordern.

Der hier veröffentlichte Brief wird Herrn Professor Huber persönlich übergeben, zugleich wird er bundesweit den Medien zur Verfügung gestellt.

Wir fordern dazu auf diesen Brief zu unterschreiben. Unterstützen Sie unsere Forderung nach Offenheit und Transparenz im Umgang mit öffentlichem Geld und gemeinschaftlichem Gut. Schreiben Sie uns unter aktion@ohne-garnisonkirche.de ihren Namen und, wenn möglich, Ihren Beruf und Ihren Heimatort. Wir fügen die Unterschriften dem Brief fortlaufend hinzu.

Reden Sie endlich Tacheles, Herr Professor Huber!

(Ihre Unterschrift via Email unter diesem Brief!) 

Bitte auf den Brief klicken:

Unterstützer des Offenen Briefes:

  • 1. Friedrich Schorlemmer, Theologe, Lutherstadt Wittenberg
  • Anselm Weidner, Journalist, Berlin
  • Sandro Szilleweit, Ingenieur, Potsdam
  • Henri Herborn, Historiker, Potsdam
  • Marcus Große, Künstler, Potsdam
  • Der Kreisvorstand DIE LINKE.Potsdam unterstützt die inhaltlichen Forderungen des Schreibens nach Aufklärung und Transparenz. Diese Forderungen müssen erfüllt werden, übrigens unabhängig davon, ob man für oder gegen den Wiederaufbau der Garnisonkirche ist.
  • Sascha Krämer, Kreisvorsitzender DIE LINKE.Potsdam
  • Nicoletta Gekman, Lehrerin, Potsdam
  • Lutz Boede, Fraktionsgeschäftsführer Die Andere, Potsdam
  • 10. Annegret Pannier, Archivarin, Potsdam
  • Arndt Sändig, Assessor, Sozialarbeiter, Stadtverordneter
  • Jan Wendt, Lehrer, Potsdam
  • Hans-Georg Schmidt, Rentner, Potsdam
  • Leon Lenk, Dipl. Ing.(Fh), Potsdam
  • Stefan Wollenberg, freier PR- und Kommunikationsberater, Stadtverordneter, Potsdam
  • Maximilian Dalichow, Selbständig, Potsdam
  • Dr. rer. nat. habil. Frank W. Baier, Diplom-Astronom, Nuthetal
  • Jennifer Hoffmann, Sozialarbeiterin, Potsdam-Babelsberg
  • Katja Zschipke, Studentin, Potsdam
  • 20. Sylvia Witte, Floristin, Potsdam
  • Maik Witte, Kraftfahrer, Potsdam
  • Michael Hensel, Designer, Wien
  • Peter Franz, Evang.-luth. Theologe, Schriftsteller, Weimar
  • Stefan Göttel, Historiker, Potsdam
  • Dr. Jörg Kwapis, Leiter des Zentrums zur Therapie der Rechenschwäche Potsdam
  • Bianca Bastian, Potsdam
  • Vera Dost, Studentin, 2. Fraktionsgeschäftsführerin Die Andere
  • Achim Trautvetter,Gesellschafter CULTUS UG / freiLand Potsdam & Student Kulturabeit FH Potsdam
  • Wolfgang Rose, Historiker, Potsdam
  • 30. Falk Richter, ehemaliges Mitglied der evangelischen Kirche, ausgetreten aufgrund der Beschlussfassung zum Wiederaufbau der Garnisonkirche
  • Michael Steinke, Archivar, Potsdam
  • Mario Hardke, Student, Dresden
  • Enriko Micheel, Steuerfachangestellte, Potsdam
  • Hartmut Kreft, Journalist, Potsdam
  • Dr. Käthe Dost, Lektorin, Potsdam
  • Allgemeiner Studierendenausschuss der Universität Potsdam
  • Jan Klicks, Student, Berlin
  • Stefan Schubert, Studierender, Potsdam
  • Thomas Lanners, Student, Potsdam
  • 40. Cathérine Krieg, Studentin, Potsdam
  • Johannes Epperlein, Dipl.-Staatswissenschaftler, Hartmannsdorf
  • Werner Straube, Dipl.-Ing.-Ökon., Chemnitz
  • Hannes Püschel, Jurist, Stadtverordneter
  • Janine Gottwald, Studentin & Angestellte im T-Werk (freise Theater in Potsdam)
  • Holger Weiß, Sozialpädagoge, Potsdam
  • Wiebke Seefeldt, Studentin, Potsdam
  • Anneliese Seefeldt, Rentnerin, Potsdam
  • Michael Bonath, Schüler, Potsdam
  • Inge Baier, Zahnärztin, Nuthetal
  • 50. Tom Korn, Kulturarbeiter, Potsdam
  • Raimon Brete, Geschäftsführer, DIE LINKE.Chemnitz
  • Udo Zimmermann, Rentner, Potsdam
  • Marcus Oestereich, Wirtschaftsinfomatiker, Potsdam-West
  • Uta Zimmermann, Potsdam
  • Fabian Seiffert, Student, Potsdam
  • Benjamin Bauer, Kulturarbeitstudent, Potsdam
  • Laura Wehrmann, Potsdam
  • Heide Herborn, Dipl. Psychologin, Potsdam
  • 60. Bianka Kraft, Redaktionsassistentin, Berlin
  • Lars Kreuzmann, Designer, Potsdam
  • Alexander Körner, Analyst im Bereich Energiesysteme, Paris
  • H.-Wolfgang van Straten, Webdesign, Potsdam
  • Bastian Gottbehüt, Student, Potsdam
  • Christoph Bartsch, Künstler, Leipzig
  • Stephanie Pigorsch, Sozialpädagogin, Potsdam
  • Dr. René Heyder, Ingenieur, Potsdam
  • Petra Hussel, Studentin, Potsdam
  • Uwe Sonnenberg, Historiker, Potsdam
  • 70. Michael Krüger, Rechtsreferendar, Potsdam
  • Thomas Popp, Student, Berlin
  • Rüdiger Schmolke, Sozialwissenschaftler, Potsdam
  • Marcus Pilarski, Student, Potsdam
  • Uta Eichstädt, Lehrerin, Potsdam
  • Heinrich Distler, Dipl. Geoökologe, Potsdam
  • Antje Wölk, Archivarin, Potsdam
  • Joachim Bartsch, Grafiker, Berlin
  • Rainer Ehrt, Maler, Grafiker, Kleinmachnow
  • Jens Oldenburg, Potsdam
  • 80. Heiner Stahl, Historiker, Erfurt
  • Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes, Offenbach am Main
  • Martin Herborn, Potsdam
  • Christoph Kapp, Literaturwissenschaftler, Potsdam
  • Max Plischtil, Dipl. Ingenieur, Potsdam
  • Julia Bartsch, Dipl. Sozialarbeiterin, Dresden
  • Steffen Brumme, Student, Potsdam
  • Sven Brödno, Angestellter, Potsdam
  • Ludwig Baumann, Vorsitzender Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V., Bremen
  • Günter Knebel, Schriftführer Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V., Bremen
  • 90. Dr. Philipp Keßner, Arzt, Dresden
  • André Keil, Historiker, Newcastle upon Tyne
  • Andreas Günther, Rentner, Potsdam
  • Nico Unkelbach, Student, Berlin
  • André Buchheim, Potsdam
  • Manfred Böhnke, selbstständig, Leipzig
  • Andrea Piéc, Potsdam
  • Michael Blix, Rentner, Potsdam
  • Gregor Bartsch, Filmeditor, Potsdam
  • Kathrin Ollroge, Potsdam
  • 100. Anna Louise Wichmann, Doktorandin der Medizin, Leipzig (Als 100ste Unterzeichnerin erhält Frau Wichmann den Ansteckbutton der BI. Dankeschön an Sie. Wer ist der/die 200ste Unterzeichnende?)
  • Maxi Herborn, Dipl. Restauratorin, Potsdam
  • Matthias Schwander, Angestellter, Chemnitz
  • Anna Mager, Studentin, Berlin
  • Simon Wohlfahrt, Student, Potsdam
  • Robert Große, Potsdam
  • Sebastian Schultz, Studierender, Potsdam
  • Christian Dietrich, Soziologe, Potsdam
  • Tamás Blénessy,  Vorstandsmitglied Studentisches Leben e.V., Potsdam
  • Renate Röthig, Lehrerin im Ruhestand, Berlin
  • 110. Joachim Röthig, Apotheker im Ruhestand, Berlin
  • Dr. Frank-P. Schiefelbein, Dipl.-Ing., Potsdam
  • Erna Pfeiffer, OP-Schwester, Potsdam
  • Lorenz Rollhäuser, Journalist, Berlin
  • Hermann Theißen, Journalist, Köln
  • Annegret Ehmann, Berlin
  • Prof. Dr. Christoph Ehmann, Berlin
  • Jonas Ludwig Walter, Fotograf, Berlin
  • Prof. Andrea Zaumseil, Künstlerin, Berlin
  • Sabine Kummer, Katechetin, Halle
  • 120. Petra Walter-Moll, Kleinmachnow, Fotografin
  • Ralph Peschel, Potsdam
  • Andreas Walter, Schnittmeister/Mediengestalter, Kleinmachnow
  • Karolin Einicke, Potsdam
  • Thomas Herrmann, Sprachtherapeut, jetzt Rentner, Potsdam
  • Jana Frielinghaus, Journalistin, Gusow (bei Seelow), Brandenburg
  • Lieselotte Schwander, Rentnerin, Chemnitz
  • Werner Kiefer, Journalist, Berlin
  • Uwe Hartmann, Bürgermeister a.D., Erbach
  • Aloys Blanke, Rentner, Bochum
  • 130. Friedemann Werzlau, Musiker
  • Nora Mertes, Künstlerin, Berlin
  • Kurt Hensel, Renter, Pirna
  • Constanze Kraft, Pfarrerin
  • Linksjugend [’solid] Potsdam
  • Jürgen Engert, Potsdam
  • Dr. Rainer Gasch, Dresden
  • Dieter Siegert, Chemnitz
  • Peter Kuschel, Musiker, Potsdam
  • Ekkehard Lentz, Sprecher Bremer Friedensforum
  • 140. Shelly Kupferberg, Journalistin – Moderatorin, Berlin
  • Dr. Martin Flade, Brodowin
  • Dr. Bernhard Reinhold, Chemiker, Potsdam
  • Mark Reuter, Dipl.-Ing. (FH), Zürich
  • Thomas Kretschmer, Musiker Berlin-Potsdam
  • Enrico Hilbert, Vorsitzender des VVN-BdA Chemnitz
  • Heinz Kleimann, Rentner, Chemnitz
  • Thiemo Kirmse, Leiter Rosa-Luxemburg-Stiftung Chemnitz
  • Matthias Abbrecht, Schorndorf
  • Irme Schaber, Schorndorf
  • 150. Martina Schaaf, Potsdam
  • Irene Pißarczyk, Dipl.-Ökon., Chemnitz
  • Lothar Gruhn, Dipl.-Jurist, Chemnitz
  • Wolfgang Heinrich, Chemnitz
  • Hildegard Lenk, Dipl.-Ökon., Chemnitz
  • Werner Feigel, Dipl.-Jurist, Chemnitz
  • Rüdiger Seyffer, Potsdam
  • Frederik Grosse, Arzt, Potsdam
  • Dr. rer. nat. habil. Gerhard Kästner, Halle
  • Hannelore Kästner, Dipl.-Chem., Halle
  • 160. Udo Unkelbach, Sicherheitsmitarbeiter, Glindow
  • Brigitte Bastian, Kleinmachnow

UPDATE: Presse zum NEIN von Friedrich Schorlemmer

Die PNN berichtet in ihrer heutigen Ausgabe von der Kritik Friedrich Schorlemmers. Der Theologe präzisiert seine Kritik:

„Schorlemmer sagte, die Kirche sei angesichts ihrer Geschichte mit dem „Ungeist von Potsdam verbunden“. An diesem Ort habe es einen Schulterschluss des Militärs, des Bürgertums, der Kirchen und des braunen Mobs gegeben. Dies sei ein Signal gewesen, aus dem sich ein „Zustimmungssog“ für die NS-Herrschaft ergeben habe. Wegen der Symbolik müsse die Frage gestellt werden, ob das nötige Geld „nicht auch für andere Sachen ausgegeben werden kann“. Es sei ihm auch nicht bekannt, dass die Gotteshäuser in Potsdam zu wenige freie Bänke hätten, sodass noch eine neue Kirche benötigt würde, so Schorlemmer. Insofern wünsche er sich allgemein größere Anstrengungen, dass mehr Menschen in die Kirchen kämen, statt einen „teuren Symbolort“ zu schaffen. Schorlemmer sagte auch, es gäbe aus seiner Sicht auch keinen Bedarf für noch einen weiteren Gedenkort für die Hitler-Attentäter vom 20. Juli 1944 – mehrere der dabei beteiligten Offiziere waren Mitglied in der Garnisonkirchengemeinde. Zudem seien viele der Verschwörer erst nach der Niederlage bei Stalingrad zu Gegnern von Hitler geworden. Den Kritikern des Wiederaufbaus der Kirche wünschte Schorlemmer in seinem Schreiben, bei aller Emotionalität die Sachlichkeit zu wahren: „Was nicht heißt, dass man nicht auch entschieden sein ,Nein’ sagen kann.“ (Zitatauszug aus dem PNN Artikel)


Entschiedenes NEIN von Friedrich Schorlemmer zu Garnisonkirche

Der angesehene Theologe und Publizist Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer äußert unmissverständlich seine Ablehnung zum Nachbauprojekt Garnisonkirche. In Reaktion auf einen Brief der Theologin Dr. Hedwig Raskob (Mitglied der BI) stellt Schorlemmer Nutzen, Kosten und Symbolik des Bauprojektes in Frage.

„Sehr geehrte Frau Dr. Raskob,

es ist gut, wenn nicht nur die Befürworter Stimme bekommen, sondern auch die Gegner einer solchen Wiederherstellung dieser Kirche mit dieser so problematischen Geschichte.

Und welches Signal  wollen die Befürworter  eigentlich aussenden? Für welche Gemeinde besteht dort Bedarf, wo man den Gemeindemitgliedern nicht zumuten kann, in eine andere Kirche zu gehen? Oder sind die Kirchen dort alle überfüllt? Solche Fragen müsste man sich ja stellen, welcher Nutzung die Kirche dann auch zugeführt werden sollte und ob wir es verantworten können, dafür erhebliche Gelder einzusetzen.

(…) Ich wünsche Ihnen, dass die Diskussionen über diese Frage bei aller Emotionalität die Sachlichkeit nicht verlassen. Was nicht heißt, dass man nicht entschieden sein „Nein“ sagen kann.

Mit freundlichem Gruß: Friedrich Schorlemmer.“